Schalke 04 ist zurück in der Bundesliga. Seit Samstagnacht um 22.25 Uhr ist die Fußball-Welt wieder ein ganzes Stück besser. Der Traditionsverein aus Gelsenkirchen mit 210.000 Mitgliedern feiert die Rückkehr in die höchste Spielklasse. Überraschenderweise freuen sich sogar Fans, Trainer, Spieler und Bosse des Erzrivalen Borussia Dortmund über den Aufstieg. Was lange Zeit undenkbar schien, ist nun Realität: Gelbe empfinden plötzlich etwas für Blaue.
Der Aufstieg hat für die strukturschwache Stadt Gelsenkirchen eine enorme Bedeutung. Mit einer Arbeitslosenquote von über 15 Prozent im Jahr 2026 ist die Stadt das Armenhaus Deutschlands. Schalke 04 schafft, was die Politik seit Jahren nicht packt: die Menschen aus der Dauer-Depression zu erwecken. Die Zeit der Selbstkasteiung ist vorbei, der Wiederaufstieg beschert den Schalkern ein neues Selbstwertgefühl. Endlich wieder dabei, endlich wieder Respekt, endlich kein Running Gag mehr.
Der Aufstieg ist das Ergebnis einer beeindruckenden sportlichen Wende. Sport-Vorstand Frank Baumann holte Trainer Miron Muslic für 700.000 Euro von Englands Zweitliga-Absteiger Plymouth Argyle. Der Österreicher mit bosnischen Wurzeln führte das Team innerhalb einer Saison vom Abstiegskandidaten zum Aufsteiger. Starstürmer Edin Dzeko (40) verhalf dem Team zu einem neuen Spektakel-Gen. Die neuen Helden heißen Karaman, Karius, Katic und Dzeko.
Trotz des Erfolgs bleibt die finanzielle Situation angespannt. Der Schuldenstand beträgt 116 Millionen Euro. Trainer Muslic muss nun beweisen, dass er den Verein auch als Sparklub in der 1. Liga etablieren kann – eine Mission, die schwieriger ist als der Aufstieg. Die Freude über die Rückkehr ist jedoch riesig. In Zeiten von Meister-Langeweile und Vereinsverzwergung kann der Bundesliga kaum etwas Besseres passieren als ein Schalke-Revival.
Das Mutter aller Derbys ist zurück. Inzwischen können sich sogar die Dortmunder öffentlich eingestehen, wie sehr ihnen dieses Duell gefehlt hat. Schalke 04 hat Fußball-Deutschland noch so viel mehr zu bieten.



