Die Schweizer Nationalmannschaft hat sich bei der Weltmeisterschaft eingespielt und das große Ziel fest im Blick. Nach einem holprigen Start mit einem späten Ausgleich gegen Katar und anschließender Kritik von Kapitän Granit Xhaka präsentiert sich das Team von Trainer Murat Yakin inzwischen in bestechender Form. Mit einem 4:1 gegen Bosnien-Herzegowina und einem 2:1 gegen Co-Gastgeber Kanada zog die Nati souverän ins Sechzehntelfinale ein. Dort wartet am Freitag (5.00 Uhr, ZDF und MagentaTV) mit Algerien ein schlagbarer Gegner.
Johan Manzambi: Der Freigeist als Trumpf
Ein wesentlicher Grund für den Aufschwung ist der 20-jährige Johan Manzambi vom SC Freiburg. Der Offensivspieler kam als Joker gegen Bosnien-Herzegowina zu seinem WM-Debüt und erzielte einen Doppelpack. Im entscheidenden Gruppenspiel gegen Kanada stand er erstmals in der Startelf und überzeugte erneut mit einer Vorlage und einem eigenen Tor. „Er ist sehr kreativ und kann aus Situationen, die wenig aussichtsreich erscheinen, oft doch noch etwas Spezielles kreieren“, lobte Abwehrchef Manuel Akanji. „Er sieht Dinge, die andere Spieler nicht sehen.“ Trainer Yakin bezeichnete Manzambi als „Freigeist“ und betonte, dass der Youngster sich dort positionieren könne, wo er am besten zur Geltung komme.
Günstiger Turnierbaum für die Schweiz
Neben Manzambis Form spricht auch der Turnierbaum für die Schweiz. Im Achtelfinale würde die Schweiz auf den Sieger der Partie Kolumbien gegen Ghana treffen – keine der Top-Nationen. Erst im Viertelfinale wäre ein Duell mit einem Titelfavoriten wie Argentinien möglich. Dass auch Favoriten früh scheitern können, zeigte das überraschende Aus Deutschlands gegen Paraguay. Die anderen möglichen Gegner im Viertelfinale wären Ägypten, Australien oder Kap Verde. „Unser Ziel ist es, die beste WM aller Zeiten zu spielen“, hatte Xhaka vor dem Turnier verkündet. Der Viertelfinaleinzug, der das beste Abschneiden seit der Heim-WM 1954 wäre, ist realistisch.
Besonderes Wiedersehen mit Petkovic
Ausgerechnet der langjährige Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic steht nun als Coach Algeriens an der Seitenlinie. Petkovic war von 2014 bis 2021 für die Nati verantwortlich und führte sie unter anderem ins EM-Viertelfinale 2021. „Ich kenne sie sehr gut“, sagte der 62-Jährige vor dem Duell. „Auch wenn es ein paar neue Spieler gibt, einige Spieler haben auch schon unter mir gespielt.“ Tatsächlich stehen aus der damaligen Startelf noch sieben Spieler im aktuellen Kader. Sie wollen diesmal möglichst noch weiter kommen als bei der EM 2021 und vielleicht sogar vom echten WM-Pokal träumen – den sie in ihrem Teamquartier in San Diego bereits aus 2.842 Legosteinen nachgebaut haben.



