Sekunden-Drama um deutschen Weltmeister bei Hyrox-WM in Stockholm
Sekunden-Drama um deutschen Hyrox-Weltmeister in Stockholm

Hyrox-WM in Stockholm: Sekunden-Drama um deutschen Weltmeister!

Dieses Ende hat wirklich keiner kommen sehen! Tim Wenisch hat die Titelverteidigung bei der Hyrox-Weltmeisterschaft in Stockholm knapp verpasst. Der Deutsche wurde bei der achten und letzten Übung – den Wallballs – noch von Dylan Scott abgefangen. Der Amerikaner kam auf Platz sechs liegend zur finalen Übung des Rennens und überholte mit einem phänomenalen Schlussspurt dann noch alle Konkurrenten vor ihm.

Scott im Siegerinterview: „Ich kann es nicht glauben und nicht, wie ich das gemacht habe. Ich habe nicht gedacht, dass ich Tim noch einholen kann. Dann habe ich bei der 95. Wiederholung gemerkt, dass ich plötzlich vorn liege, und dann ist es einfach passiert. Ich bin so glücklich.“

In der Strawberry Arena, wo die WM in diesem Jahr stattfand, und im Livestream (bis zu 55.000 Zuschauer) rechnete während des Rennens wohl kaum jemand mit einem Sieg von Scott. Nach der zweiten Übung – dem Sled Push – lag der Amerikaner mit bereits über 60 Sekunden Rückstand auf Platz 14. An der Spitze ging die Post ab. Das Favoriten-Trio auf den Sieg (mit Wenisch, Hunter McIntyre und Alexander Roncevic) setzte sich vom Start weg ab. Alle in der Arena rechneten damit, dass der WM-Titel an den Deutschen, den Amerikaner oder den Weltrekordhalter aus Österreich gehen würde.

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Nach der dritten Übung – dem Sled Pull – konnte McIntyre eine kleine Lücke zu seinen Konkurrenten reißen. Bei den Burpees kassierte er wegen unsauberer Ausführung allerdings eine 15-Sekunden-Zeitstrafe. Während Roncevic weiter abreißen lassen musste, konnte sich Titelverteidiger Wenisch wieder an McIntyre heranarbeiten. Nach der siebten Station – den Sandbag Lunges (Ausfallschritte) – übernahm Wenisch beim letzten Lauf erneut die Führung. Hinter ihm und McIntyre hatten aber auch plötzlich noch Louis Osselaer (Belgien) und Charlie Botterill (England) Chancen auf den Titel. Beide lagen nur acht Sekunden hinter dem Führungsduo. Scott hatte zu diesem Zeitpunkt noch 20 Sekunden Rückstand.

Bei den finalen 100 Wallballs zündete Scott dann den Turbo. Als einziger Athlet zog er die Übung mit dem Neun-Kilo-Ball ohne Absetzen durch. Wenisch dagegen musste ab der 60. Wiederholung erstmals durchschnaufen. Da lag der Deutsche aber immer noch mit komfortablen 13 Zählern vor Scott. Bei der 95. Wiederholung wurde Wenisch dann von Scott eingeholt und schließlich überholt. Beide sprinteten Richtung Ziellinie. Dort lag Scott nur zwei, drei Schritte vor Wenisch. Eine Sekundenentscheidung.

Bitter: Kurz nach dem Rennen bekam Wenisch noch eine 15-Sekunden-Strafe aufgebrummt, weil er die 100. und letzte Wiederholung bei den Wallballs nicht komplett ausgeführt hatte. Daraufhin fiel er noch hinter Osselaer auf Rang drei zurück. Wenisch bei Instagram: „Habe heute nicht gewonnen, aber könnte nicht glücklicher sein mit diesem Rennen und der Saison. Ich bin dankbar für jeden einzelnen Moment.“

Überraschungssieg bei den Damen

Im letzten Jahr hatte Wenisch in Chicago noch den WM-Titel gewonnen. Damals ging der Sieg bei den Frauen an Linda Meier und damit ebenfalls an Deutschland. Auch sie konnte ihren Titel in Stockholm nicht verteidigen und landete am Ende abgeschlagen auf Platz 14.

Der Sieg ging völlig überraschend an Alyssa McElheny. Die Amerikanerin war zuvor erst einmal in einem Hyrox-Elite-Rennen dabei und holte sich jetzt direkt den WM-Titel. Platz zwei ging an Top-Favoritin Joanna Wietrzyk (Australien), Dritte wurde Sinéad Bent (England).

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