Die Wimbledon-Rückkehr von Serena Williams gemeinsam mit ihrer Schwester Venus sorgt weltweit für Begeisterung. Eine zentrale Rolle spielte dabei ihre kleine Tochter Olympia. Die achtjährige Tochter riet der Tennis-Legende, mit Venus zu spielen. „Meine Tochter Olympia meinte, ich soll mit Venus spielen – und sie hat immer recht“, sagte die 44-jährige Amerikanerin nach ihrem Doppel-Aus beim Rasen-Turnier in Berlin. Olympia fieberte auf der Tribüne mit. „Sie ist sehr klug. Sie ist sehr weise – ich glaube, das ist das passendere Wort. Also habe ich gesagt: 'Okay, Olympia, mal sehen, ob wir das hinbekommen'.“
Wildcard für Wimbledon-Doppel
Wenige Stunden zuvor hatte der All England Club verkündet, worauf viele Tennis-Fans gehofft hatten: Williams und ihre ältere Schwester Venus erhalten für den Rasen-Klassiker Wimbledon ab dem 29. Juni eine Wildcard für das Doppel. „Wieder vereint, in Wimbledon“, hieß es auf dem Account des Turniers bei X. Auch für eine Teilnahme im Einzel gibt es für Serena Williams noch ein Hintertürchen. Einer der acht Wildcard-Plätze wurde als „wird noch bekannt gegeben“ ausgewiesen. Auf die Frage, ob sie auch im Einzel antreten werde, ließ sich Williams nicht festlegen. „Es ist noch eine übrig? Dann muss ich mich wohl zum Training aufmachen“, scherzte sie. „Das ist doch die Frage der Stunde, oder? Ich weiß es nicht.“
Erste Niederlage seit Rückkehr in Berlin
Die Ankündigung heizte den Hype um das Comeback der 44-Jährigen weiter an. In Berlin gab es für sie jedoch die erste Niederlage seit ihrer Rückkehr. In der ersten Doppel-Runde verlor die US-Amerikanerin mit der Tschechin Karolína Muchová 4:6, 4:6 gegen Giuliana Olmos aus Mexiko und die Neuseeländerin Erin Routliffe und verpasste das Viertelfinale. Schon beim Aufwärmen gab es großen Jubel für Williams und bei jeder gelungenen Aktion. Auf dem Rasen des gut gefüllten Steffi-Graf-Stadions wies die langjährige Nummer eins der Welt vor den Augen ihrer beiden Töchter nach, dass sie für die ersten Spiele nach vier Jahren Pause schon wieder in erstaunlich guter Verfassung ist. Allerdings wurde auch deutlich, dass zur Topform noch einiges fehlt.
Frust und Hoffnung
Nach einem misslungenen Return entfuhr Williams der Frust. Kraftvollen Winnern standen einige Aufschlagfehler und falsch eingeschätzte Bälle gegenüber. Der erste Satz ging an Olmos/Routliffe. Fehlende Eingespieltheit im neu formierten Duo Muchová/Williams spielte auch im zweiten Durchgang eine Rolle. Ein Break in der Mitte des Satzes konnten sie nicht mehr kontern. Trotzdem zog Williams ein versöhnliches Fazit: „Ich habe mich da draußen ziemlich gut gefühlt. Ich kam mir sogar beweglicher, stabiler und schneller vor als beim ersten Spiel in Queen's.“
Hintergrund: Die Williams-Schwestern
Serena Williams, die als beste Spielerin der Tennis-Geschichte gilt, hatte erst vor zwei Wochen ihre Rückkehr angekündigt. Ihre Schwester Venus, die am Mittwoch 46 Jahre alt wird, ist sporadisch noch auf der WTA-Tour aktiv. Die Williams-Schwestern haben gemeinsam drei Olympia-Goldmedaillen und 14 Grand-Slam-Titel im Doppel gewonnen, darunter sechs in Wimbledon – den ersten im Jahr 2000 und den letzten im Jahr 2016. Sie spielten zuletzt bei den US Open 2022 gemeinsam im Doppel.
Begeisterung bei Kolleginnen
Auch unter den Kolleginnen der Schwestern gibt es Begeisterung über das Comeback. Die Deutsche Eva Lys freute sich nach ihrem gewonnenen Match in Berlin sichtlich. „Serena ist eine Legende. Ich war immer sehr traurig, dass ich sie nie wirklich live in Aktion erleben konnte. Für mich ist es also eine tolle Gelegenheit, sie hier und da vielleicht mal zu sehen. Ich finde, das ist großartig für den Sport“, sagte die Hamburgerin. „Ich hoffe, sie bleibt noch eine Weile, und ja, ich freue mich riesig.“ Die US-Amerikanerin Coco Gauff musste sogar Gerüchte dementieren, sie habe eine Doppel-Anfrage für Berlin von Serena Williams abgelehnt. „Ich weiß nicht, warum dieses Gerücht die Runde macht. Ich hab dich lieb, Jess, aber wenn Serena mich fragt, werde ich einfach „Ja“ sagen“, sagte sie in Richtung ihrer Partnerin Jessica Pegula.



