Spanien hat Argentinien im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft mit 1:0 (0:0, 0:0) nach Verlängerung besiegt und sich damit zum zweiten Mal nach 2010 den Weltmeistertitel gesichert. Vor 80.663 Zuschauern im MetLife Stadium in East Rutherford erzielte Joker Ferran Torres in der 106. Minute das entscheidende Tor. Für Lionel Messi, der bei seiner sechsten WM-Teilnahme die zweite Krönung nach 2022 verpasste, endete das Turnier mit bitteren Tränen auf dem Rasen.
Pokalübergabe durch Donald Trump
US-Präsident Donald Trump überreichte die goldene Trophäe an Spaniens Kapitän Rodri. Als Rodri den Pokal um 18:43 Uhr Ortszeit entgegennahm, wartete er einen Moment, bis Trump sich aus dem Kreis der spanischen Spieler entfernt hatte, und reckte den Pokal dann in den Himmel. Auf dem Weg zur Siegerehrung wurden Trump und FIFA-Boss Gianni Infantino von den Fans mit lauten Buhrufen bedacht, die die Bühne den Sportlern vorbehalten sehen wollten.
Spielverlauf: Spanien dominiert, Argentinien defensiv
Die erste Halbzeit war von vielen Pässen und wenig Spektakel geprägt. Spaniens Lamine Yamal hatte die erste Chance (5.), im Gegenzug tauchte Messi frei vor Unai Simón auf, doch Spaniens Torwart klärte rechtzeitig. Nach der Pause erhöhten die Spanier den Druck, Argentiniens Torwart Emiliano Martínez zeigte Unsicherheiten, unter anderem bei einem Schuss von Dani Olmo (64.). In der Nachspielzeit der regulären Spielzeit sah Argentiniens Mittelfeldmann Enzo Fernández nach einem Foul die Gelb-Rote Karte, nachdem er bereits wegen Reklamierens verwarnt worden war.
Torres erlöst Spanien in der Verlängerung
In der 106. Minute verwandelte Ferran Torres eine Hereingabe per Direktabnahme mit links und machte den zweiten WM-Triumph Spaniens perfekt. „Ich denke, dass wir durch dieses Tor endlich erlöst wurden“, sagte Torres, der die gesamte WM nur als Joker fungierte. „Gegen Messi bist du immer nervös, aber wir haben immer an uns geglaubt.“ Trainer Luis de la Fuente triumphierte mit 65 Jahren als ältester Trainer der WM-Historie. „Ich bin stolz, stolz auf diese Mannschaft und auf diese Generation, die sich mit dieser Spielidee durchgesetzt hat“, sagte de la Fuente.
Messi weint nach verpasstem Titel
Lionel Messi, der als erster Spieler der WM-Geschichte sein drittes Finale von Beginn an bestritt, wirkte zunächst gefasst, begann dann aber mit der Silbermedaille um den Hals zu schluchzen. „Ich empfinde jetzt Traurigkeit, aber vor allem verspüre ich unendliche Dankbarkeit gegenüber diesen Jungs, denn so weit zu kommen, erfordert eine enorme Anstrengung. Wir zeigen Größe im Sieg und müssen sie auch in der Niederlage zeigen“, sagte Argentiniens Trainer Lionel Scaloni. Die Albiceleste, die den Titel nicht wirklich verdient hatte, blieb über 110 Minuten offensiv wirkungslos.
Prominente Gäste und emotionale Momente
Neben Trump und Infantino verfolgten zahlreiche Prominente das Finale, darunter Tom Cruise, Rihanna, David Beckham und Jay-Z. Spanien, das 2010 in Südafrika den ersten WM-Titel geholt hatte, feierte nach dem Abpfiff ausgelassen mit dem Party-Klassiker „Eviva España“. Für Argentinien war es die verpasste Chance, als drittes Team nach Italien und Brasilien den Titel zu verteidigen.
Trainer-Freundschaft und Taktik
Die beiden Trainer de la Fuente und Scaloni sind befreundet; de la Fuente war einst Scalonis Lehrer in einem Trainerschein-Programm des spanischen Verbands. Während Spanien auf Ballkontrolle setzte, vertraute Argentinien auf Konter und die individuelle Klasse von Messi. Am Ende setzte sich die spanische Dominanz durch.



