Rapp streicht komplizierte Tore: St. Pauli setzt auf Einfachheit
St. Pauli-Trainer Rapp: Einfache Tore statt Komplexität

Neuer Trainer Marcel Rapp (47) hat beim FC St. Pauli klare Vorstellungen von der Torchancen-Erarbeitung: Weg von komplizierten Kombinationen, hin zu einfachen, effizienten Aktionen. In den ersten Testspielen zeigte sich, wie die Hamburger künftig treffen wollen. Beim 3:1-Sieg in Emden fielen der Ausgleich und die Führung nach nahezu identischem Muster: ein langer Ball aus dem Mittelfeld auf die Außenbahn, von dort eine schnelle, flache Hereingabe in die Mitte und der Abschluss zum Tor.

Trainer lobt Trainingsumsetzung

„Wenn es auffällt, dass wir ähnliche Tore schießen, dann ist das kein Zufall. Fakt ist: Da waren ein paar Aktionen dabei, die wir im Training geübt haben“, erklärte Rapp. Vor dem 1:1 spielte Mathisen einen langen Ball auf Oppie, der flach in die Mitte zu Hara legte. Beim 2:1 schlug Rasmussen einen langen Ball auf Ahlstrand, dessen Hereingabe Sabah verwertete. „Ob das jetzt immer ein langer Ball sein muss, sei mal dahingestellt“, sagte Rapp. „Grundsätzlich wollen wir einfache Tore schießen, in Anführungszeichen. So einfach ist es dann nicht. Es sieht halt nur einfach aus.“

Komplexe Tore unwahrscheinlich in der 2. Liga

Ein Treffer wie das 2:0 der spanischen Nationalmannschaft im EM-Achtelfinale gegen Österreich – nach 21 Stationen im und um den Strafraum, ohne dass der Gegner entscheidend an den Ball kam – sei in der 2. Bundesliga kaum zu erwarten. „Weil St. Pauli nicht die Dominanz von Spanien haben dürfte und die Qualitäts-Unterschiede zwischen den einzelnen Teams minimal sind“, so der Coach. Daher erscheine der einfache Weg logischer. Bereits bei seiner Vorstellung hatte Rapp betont: „Ich sehe meine Aufgabe darin, dass wir, wenn wir den Ball haben, gute Positionen finden im Spiel. Dass wir so einfach wie möglich nach vorne kommen. Dass die Spieler es so einfach wie möglich haben, Tore zu schießen.“

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Außenbahnspieler im Fokus

Einen besonderen Stellenwert haben für Rapp die Außenbahnspieler. „Außen ist man oft anspielbar, weil man nicht greifbar ist für den Gegner. Deswegen ist diese Position so wichtig. Dass man verteidigt und trotzdem auch torgefährlich wird. Das ist die Challenge, dass die Jungs das in den Kopf kriegen. Und die Spieler, die das verinnerlichen, schießen dann oft viele Tore. Oder liefern den Assist.“ Der nächste Testgegner ist am Samstag (15.30 Uhr, Karl-Liebknecht-Stadion) der Viertligist SV Babelsberg.

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