Stanisic kritisiert Schlotterbeck-Tritt: Diskussion um Rote Karte im Bayern-BVB-Klassiker
Stanisic kritisiert Schlotterbeck-Tritt: Diskussion um Rote Karte

Stanisic kritisiert Schlotterbeck-Tritt: Diskussion um Rote Karte im Bayern-BVB-Klassiker

Ein brutaler Tritt, eine blutige Schienbeinwunde und eine hitzige Debatte: Bayern-Verteidiger Josip Stanisic fordert nach dem Bundesliga-Klassiker gegen Borussia Dortmund eine Rote Karte für Nico Schlotterbeck. Der BVB-Spieler räumt sein Foul selbst als grenzwertig ein, doch Schiedsrichter Sven Jablonski setzte auf eine großzügige Linie und sorgte damit für kontroverse Diskussionen.

Stanisic zeigt Verletzung und fordert Platzverweis

Josip Stanisic hatte nach dem Spiel seine Schienbeinschoner ausgezogen und die Stutzen am linken Bein bis zum Knöchel heruntergerollt. So war die kleine Fleischwunde deutlich sichtbar, die er sich durch den Tritt von Nico Schlotterbeck zugezogen hatte. "Für mich war das eine klare Rote Karte", erklärte der Abwehrspieler der Bayern und fasste zusammen, was viele Zuschauer in der 18. Minute dachten: "Ich denke, Nico hatte großes Glück, dass er nicht vom Platz gestellt wurde."

Schlotterbeck räumt eigenes Foul ein und verteidigt sich

Was den Übeltäter ehrt: Der DFB-Nationalspieler Schlotterbeck sah die Situation ähnlich. "Ich glaube, dass man da schon Rot geben kann. Da hatte ich ein bisschen Glück, ja." Fast zwei Minuten dauerte es, bis Schiedsrichter Jablonski nach der riskanten Grätsche mit den Stollen voraus gegen Stanisic die Gelbe Karte zeigte. Kein Platzverweis, weil Schlotterbeck trotz des gefährlichen Einsteigens erst den Ball erwischte und dann sein Opfer traf.

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Seine Sicht der Aktion: "Ich habe das Gefühl, dass ich erst am Ball war und dann ihn schon ordentlich treffe. Es ist sau unglücklich in meinen Augen. Man sieht, dass ich über den Ball ausrutsche, sonst treffe ich ihn auch nicht am Schienbein, sondern gehe unten durch."

Weitere kontroverse Szenen und Reaktionen

Auch bei einer Elfmeter-Szene stand der BVB-Verteidiger im Mittelpunkt – wie auch Stanisic. Der Rechtsverteidiger der Bayern versetzte ihn mit einer feinen Körpertäuschung, Schlotterbeck ließ das Bein stehen – Elfmeter. Klar, aber auch Gelb-Rot? "Es ist ein sehr, sehr leichter Kontakt", verteidigte sich Schlotterbeck, "mir dafür Gelb zu geben, wüsste ich jetzt nicht."

Und für seinen Fan-Kontakt beim Jubel über das Kopfballtor zum 1:0? Streng genommen auch schon Gelb, also in der Folge Gelb-Rot? "Ich wollte nicht über die Bande, sondern nur auf die Bande springen. Ich habe das Gleichgewicht verloren. Wenn man alles ausmustert, dann haben wir keinen Fußball mehr, dann spiele ich irgendwann Schach. Wenn ich dafür eine Gelbe Karte bekomme, dann hört es auf."

Kovac lobt die großzügige Linie des Schiedsrichters

Verständlich, dass BVB-Trainer Niko Kovac Schiedsrichter Jablonski bei Sky überschwänglich lobte: "Ich fand, er hat ein richtig gutes, internationales Spiel gepfiffen. Ich mag es, wenn da mal ein bisschen was laufen gelassen wird. Ich finde, das war großer Sport." Diese Aussage unterstreicht die unterschiedlichen Perspektiven auf die umstrittenen Entscheidungen während des hochkarätigen Duells.

Glück gehabt: Nach dem Schienbeintreffer von Schlotterbeck hätte der Klassiker für Josip Stanisic auch schon vorbei sein können. Die Diskussionen um die Schiedsrichterleistung und die Interpretation der Regeln werden jedoch noch lange nachhallen und zeigen, wie emotional und kontrovers der Fußball in der Bundesliga bleiben kann.

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