Tah kündigt weitere Gebete mit Gegenspielern nach WM-Spielen an
Tah kündigt weitere Gebete mit Gegenspielern an

Der deutsche Fußballnationalspieler Jonathan Tah hat angekündigt, auch in Zukunft nach den Spielen der DFB-Elf mit Teamkollege Felix Nmecha und anderen Profis zu beten. „Wir werden das weiter fortführen, weil es am Ende ein schönes Zeichen ist“, sagte Tah bei MagentaTV. Es gehe um mehr als Fußball. „Es geht um Liebe, es geht um Nächstenliebe, es geht um Frieden, Dankbarkeit. Das sind die Werte, die wir nach außen vermitteln wollen.“

Gebetskreis nach WM-Auftakt sorgt für Aufsehen

Der Gebetskreis von Tah und Nmecha mit fünf Gegenspielern nach der Auftaktpartie gegen Curaçao (7:1) hatte für Aufsehen gesorgt. Im Interview mit Tokio Hotel-Mitglied und MagentaTV-Reporter Tom Kaulitz erklärte Tah nun, wie es zu dieser Szene kam. „Um ehrlich zu sein: Felix hat mich angesprochen, ob ich Bock hätte“, so Tah. Er und Nmecha beteten auch privat öfter gemeinsam und sprechen über ihre Religion. Bereits nach dem Testspiel gegen die USA Anfang des Monats habe es ein Gebet mit Gegenspielern gegeben. Da Nmecha zudem einen Spieler aus Curaçao kenne, habe man beschlossen, dies auch nach dem Auftaktspiel zu wiederholen.

Rüdiger unterstützt die Aktion

Unterstützung erhielten Tah und Nmecha von Teamkollege Antonio Rüdiger. „Es ist etwas Persönliches. Er hat das gemacht, und ich sehe nichts Falsches daran“, sagte Rüdiger zu dem Gebetskreis, den Nmecha initiiert hatte. Es seien doch „schöne Bilder“ gewesen, so Rüdiger. Aus seiner Sicht wurde die Szene medial aufgebauscht, ohne näher darauf einzugehen, warum er dies so sieht. Im DFB-Team sei das religiöse Bekenntnis von Nmecha kein Thema, betonte Rüdiger, der selbst praktizierender Muslim ist.

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Nmecha: „Brüder in Christus“

Auch Nmecha äußerte sich zu dem Gebetskreis. „Ich kenne einen Spieler von Curaçao: Kenji Gorré“, berichtete der Initiator bei Sky Sport. „Schon vor dem Spiel hatten wir vereinbart, dass wir danach zusammenkommen wollen, unabhängig vom Ergebnis, um zu zeigen, dass wir Brüder in Christus sind und es im Leben mehr gibt als Fußball.“ Gemeinsam beten zu können, ergänzte der tiefgläubige Dortmunder, „ist etwas sehr Schönes. Auf dem Platz ist man Gegner und kämpft gegeneinander, danach ist man aber Familie in Christus. Ich wollte Kenji und den Jungs von Curaçao dafür danken, denn so etwas ist nach einer Niederlage nicht selbstverständlich. Das war ein sehr besonderer Moment.“

Kritik an Nmechas Glaubensverständnis

Nmechas Glaubensverständnis hatte in der Vergangenheit für Kritik gesorgt. Auf Social Media war er damit aufgefallen, christlich-konservative Positionen zu liken. Er hatte Posts geteilt, die als homophob und queerfeindlich gewertet wurden. Trotz dieser Kontroversen setzen Tah und Nmecha ihren Gebetskreis fort, um ein Zeichen für Frieden und Nächstenliebe zu setzen.

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