Die Rückkehr der Tour de France nach Deutschland nimmt konkrete Formen an. Berlin ist im Rennen um den Auftakt der Frankreich-Rundfahrt im Jahr 2029. Wie der „Tagesspiegel“ unter Berufung auf eine Behördensprecherin berichtet, hat der Radsportverband German Cycling in Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Sport eine Interessenbekundung beim Tour-Veranstalter ASO eingereicht. Noch stünden „fachliche, organisatorische und finanzielle“ Fragen zur Klärung an, hieß es.
Historischer Rahmen: 40 Jahre Mauerfall
Das Jahr 2029 wäre besonders symbolträchtig: Dann jährt sich der Mauerfall zum 40. Mal. Die geplante Strecke soll von Berlin über Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen führen – also durch Regionen, die einst hinter der Mauer lagen. Damit könnte die Tour nicht nur sportlich, sondern auch politisch ein Zeichen setzen.
Konkurrenz aus Slowenien und Prag
Allerdings hat Berlin Konkurrenz. Als weitere Bewerber für den 2029er-Auftakt gelten Slowenien – Heimat des Radsport-Dominators Tadej Pogačar – und die tschechische Hauptstadt Prag. Die Entscheidung des Veranstalters ASO wird in den kommenden Monaten erwartet.
Tour-de-France-Starts in Deutschland: Eine Tradition
Die Tour de France ist in ihrer mehr als 100-jährigen Geschichte viermal in Deutschland gestartet: 1965 in Köln, 1980 in Frankfurt am Main, 1987 in West-Berlin und zuletzt 2017 in Düsseldorf. 1987 kostete der Grand Départ rund 1,5 Millionen Euro. Für das aktuelle Vorhaben in Berlin wären nach Angaben des Berichts rund 25 Millionen Euro nötig.
Finanzierung und Organisation noch offen
Die Finanzierung ist noch nicht gesichert. Neben dem Bund und dem Land Berlin müssten auch Partnerländer und Sponsoren einspringen. German Cycling und die Senatsverwaltung für Sport arbeiten an einem Konzept, das die wirtschaftlichen und logistischen Anforderungen erfüllt. Ein Sprecher des Senats betonte: „Wir sind optimistisch, aber es gibt noch viele offene Punkte.“
Sollte Berlin den Zuschlag erhalten, wäre es der fünfte Tour-Start in Deutschland und der erste in der Hauptstadt seit 1987. Die Vorfreude bei Radsportfans ist bereits jetzt groß.



