Bereits nach der ersten schweren Bergetappe der Tour de France ist es unter den beiden Co-Kapitänen Florian Lipowitz und Remco Evenepoel im Red-Bull-Team zum Konflikt gekommen. „Ja, ich war sauer – und zwar zu Recht. Bei der Katalonien-Rundfahrt bin ich 30 Kilometer lang für ihn an der Spitze gefahren. Ich habe um einen Kilometer Führungsarbeit gebeten, aber das ging nicht. Das hat mich geärgert, und das ist etwas, das wir heute Abend gründlich besprechen müssen“, wurde Evenepoel in den belgischen Medien zitiert.
Hintergrund der Verfolgungsjagd
Hintergrund ist die Verfolgungsjagd auf der sechsten Etappe nach der Abfahrt vom Tourmalet. Evenepoel und Lipowitz waren in einer acht Fahrer großen Gruppe hinter dem enteilten Tagessieger Tadej Pogacar und dem zweitplatzierten Jonas Vingegaard unterwegs. Zumindest Vingegaard hätte die Gruppe einholen können, am Ende fehlten aber 19 Sekunden zum dänischen Giro-Sieger. Pogacar hatte fast drei Minuten Vorsprung auf Evenepoel und Co.
Im Vorfeld der Tour hatte Teamchef Ralph Denk noch alle Bedenken über mögliches Konfliktpotenzial bei dem ungleichen Duo beiseitegeschoben. „Ich bin überzeugt, dass das sehr gut funktioniert“, hatte Denk gesagt.
Lipowitz im Hochgebirge stärker
Besonders bitter war für den so selbstbewussten Doppel-Olympiasieger Evenepoel, dass er am Tourmalet nicht nur die beiden Stars Pogacar und Vingegaard ziehen lassen musste, sondern auch auf Lipowitz knapp 20 Sekunden verlor. Dies war ein erster Fingerzeig, dass der deutsche Vorjahresdritte im Hochgebirge der Stärkere ist. Bei der Abfahrt konnte Evenepoel dann wieder aufschließen.
Lipowitz selbst hatte nach dem Zieleinlauf noch erklärt, dass die Zusammenarbeit mit Evenepoel gut geklappt habe. „Ich glaube, wir können zuversichtlich sein“, meinte er.



