Max Kanter (28) aus Cottbus hat bei seiner ersten Tour de France einen starken zweiten Platz auf der 5. Etappe von Lannemezan nach Pau (158 Kilometer) belegt. Der Fahrer des kasachischen Teams XDS Astana musste sich nur dem Niederländer Olav Kooij (24) geschlagen geben und landete bei hochsommerlichen 35 Grad auf dem zweiten Rang. Für den Lausitzer ist dies ein großer Erfolg, nachdem er in diesem Jahr bereits eine Etappe bei Paris-Nizza gewonnen hatte.
Nervöses Finale mit vielen Kreisverkehren
„Es war ziemlich nervös im Feld, jeder wollte vorn fahren wegen der vielen Kreisverkehre. Wir waren darüber informiert, wann und wo die kommen, aber man kann sich natürlich nicht alles merken. Unterwegs muss man da immer mal den Kopf ausschalten und hoffen, dass alles gutgeht“, erklärte Kanter der ARD. Die Taktik ging auf: Der Cottbuser sprintete auf den zweiten Platz und verpasste den Sieg nur knapp.
Ausreißer und Sturz überschatten Etappe
Das Rennen wurde lange vom Franzosen Baptiste Veistroffer (26) vom belgischen Team Lotto Intermarché bestimmt, der sich nach dem Startschuss absetzte und erst 14 Kilometer vor dem Ziel wieder eingeholt wurde. Eine Gefahr für die Favoriten bestand nicht, da Veistroffer bereits über eine Stunde Rückstand auf das Gelbe Trikot hatte. Überschattet wurde die Etappe von einem Sturz fünfeinhalb Kilometer vor dem Ziel, der außerhalb der Sprintzone (fünf Kilometer) geschah. Die gestürzten Fahrer erhielten daher nicht die Zeit des Siegers, sondern ihre tatsächliche Zielzeit.
Gesamtwertung: Traeen weiter vorn
In der Gesamtwertung bleibt der Norweger Torstein Traeen (30) souverän in Führung, nachdem er sich am Dienstag das Gelbe Trikot geholt hatte. Traeen war vor vier Jahren an Hodenkrebs erkrankt, was durch eine Dopingkontrolle entdeckt wurde. Nach der Entfernung des linken Hodens galt er Monate später als geheilt. Die Favoriten Tadej Pogačar (27/Slowenien) und Jonas Vingegaard (29/Dänemark) liegen weiterhin mehr als acht Minuten zurück. Florian Lipowitz (25) vom deutschen Red-Bull-Team ist als Elfter noch in Schlagdistanz.
Am Donnerstag geht es über den berühmten Tourmalet, bevor am Freitag in Bordeaux die nächste Sprintankunft wartet.



