VW-Sparprogramm bedroht 100.000 Jobs: Showdown im Aufsichtsrat
VW-Sparprogramm: 100.000 Jobs auf dem Spiel

Volkswagen steht vor einem radikalen Einschnitt: Der Aufsichtsrat des Autobauers entscheidet am Donnerstag über ein Sparprogramm, das bis zu 100.000 Jobs und vier deutsche Werke betreffen könnte. Das berichtet Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion, in seinem Newsletter „Hauptstadt Inside“. Demnach will CEO Oliver Blume den Konzern mit einem disruptiven Befreiungsschlag schlanker und wettbewerbsfähiger machen. Hintergrund ist die wachsende Konkurrenz aus China, insbesondere bei Elektroautos.

Volkswagen und das Wirtschaftswunder

Kein anderes Unternehmen in Deutschland ist so eng mit dem Wirtschaftswunder verbunden wie Volkswagen. Aus dem zerbombten Wolfsburger Werk wuchs der wichtigste deutsche Automobilhersteller, der mit dem Käfer die Massen mobilisierte. Bis 2019 war VW sogar weltweit die Nummer 1 vor Toyota und General Motors. Über 660.000 Menschen arbeiten für den Konzern, 20 Prozent der Stammaktien befinden sich in öffentlicher Hand. Die Politik mischt mit, und die IG Metall hat in Wolfsburg eine ihrer Hochburgen. „Keine deutsche Belegschaft kämpft selbstbewusster um ihre Rechte“, so Quoos.

Der Showdown im Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat muss über das bislang radikalste Sparprogramm entscheiden. Es geht um 100.000 Jobs und vier deutsche Werke. Oliver Blume, der in der Öffentlichkeit fast schüchtern wirkt, will den Konzern umbauen. „Wir erleben den Endkampf der Automobilindustrie um die Zukunft“, zitierte Quoos einen ehemaligen Wirtschaftsminister. Die Elektro-Übermacht Chinas, die auch mit deutschem Know-how gestärkt wurde, setzt VW massiv unter Druck.

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Nato-Gipfel in Ankara

Parallel zum VW-Showdown tagt die Nato in Ankara. Die Staats- und Regierungschefs versuchen, das Bündnis zukunftsfest zu machen. Bundeskanzler Scholz reiste mit seiner Frau Charlotte Merz an, die mit einem rot-weißen Outfit ein Zeichen setzte. Die Stimmung auf dem Gruppenfoto vor Erdogans Palast war entspannt, doch in den Arbeitsgesprächen ging es heftig zur Sache. US-Präsident Donald Trump attackierte Spanien als „schrecklichen Partner“ und drohte mit einem Handelsstopp. Grund ist die Weigerung Spaniens, US-Kampfjets während des Iran-Kriegs die Nutzung seiner Basen zu erlauben. Trump droht, den gesamten Handel mit Spanien auszusetzen – von Olivenöl bis Medikamente.

Iran-Krieg eskaliert weiter

Der Iran-Krieg ist wieder voll entflammt. In der Nacht griffen die USA rund 80 Ziele im Iran an, als Vergeltung für iranische Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus. Auch in Bahrain und Kuwait gab es Luftalarm. Trump bezeichnete die iranische Führung als „Abschaum“ und erklärte: „Meiner Meinung nach ist es vorbei. Ich will nichts mehr mit denen zu tun haben.“ Die sogenannte Rahmenvereinbarung zum Frieden scheint wertlos.

Kassenreform in der Schwebe

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) wollte ihre Kassenreform diese Woche durch den Bundestag bringen, doch die Opposition sieht ihre Informationsrechte verletzt. Union und SPD legten einen 300-seitigen Änderungsantrag vor, den die Grünen nicht akzeptieren wollen. Sie haben das Bundesverfassungsgericht angerufen. Für die Koalition wäre ein Stopp aus Karlsruhe ein schwerer Schlag.

Pressefreiheit unter Druck?

Unklar bleibt, ob die Bundesregierung das Informationsfreiheitsgesetz abschaffen oder neu fassen will. Unter Punkt 32 eines Reformpapiers könnte eine Einschränkung der Pressefreiheit stecken. Quoos berichtet von Gesprächen mit Regierungsmitgliedern, die den Verdacht verstärken. „Es geht nicht nur um Informationsrechte von uns Journalisten, sondern auch von Ihnen ganz persönlich“, warnt er.

Bahn setzt auf KI-Assistentin „Kiana“

Die neue Bahnchefin Evelyn Palla investiert 50 Millionen Euro in bessere Passagierinformationen. Geplant sind unter anderem eine KI-basierte Assistentin namens „Kiana“. Der Avatar hat braune Augen, einen Schmollmund und spricht mindestens acht Sprachen. Sie soll Reisenden rund um die Uhr zur Seite stehen und durch das tägliche Bahnchaos lotsen.

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