Heizungsförderung: Antragsstopp nach alten Regeln ab Donnerstag
Heizungsförderung: Antragsstopp nach alten Regeln

Die Bundesregierung hat die Förderbedingungen für den Heizungstausch geändert und stoppt bereits ab Donnerstag, dem 9. Juli, die Annahme von Anträgen nach den alten Regeln. Das Bundeswirtschaftsministerium teilte mit, dass die Antragsportale der KfW und der BAFA ab diesem Tag in eine „Umstellungsphase“ gehen. Anträge nach den bisherigen Konditionen sind nur noch am Mittwoch, dem 8. Juli, möglich. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte die neuen Förderbedingungen erst am selben Mittwoch beschlossen.

Vertrauensschutz für Vorbereitete

Laut Ministerium gibt es eine „Vertrauensschutzregelung“: Wer bereits eine gültige Bestätigung zum Antrag (BzA) oder eine technische Projektbeschreibung (TPB) besitzt, kann auch während der Umstellungsphase noch Anträge zu den bisherigen Konditionen stellen. Der Bundesverband Wärmepumpe erklärte auf seiner Website, dass die Erstellung neuer Bestätigungen zum Antrag bereits seit Mittwochnachmittag nicht mehr möglich gewesen sei.

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt unter anderem den Tausch alter Heizungen gegen klimafreundliche Alternativen wie Wärmepumpen. Die bisherige Förderstruktur, eingeführt von der Ampel-Regierung, stand in der Kritik, die Preise für Wärmepumpen in Deutschland künstlich hochzuhalten. Die schwarz-rote Koalition erhofft sich von den neuen Regelungen eine „sozialere“ und „effizientere“ Förderung.

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Neue Fördersätze im Detail

Die Höchstfördersumme für Menschen mit einem Jahreseinkommen über 30.000 Euro sinkt noch in diesem Jahr von 21.000 auf 19.600 Euro und wird dann schrittweise alle sechs Monate reduziert, bis 2030 auf 13.200 Euro. Gleichzeitig wird die Unterstützung stärker sozial gestaffelt: Bisher gab es einen maximalen Einkommensbonus von 30 Prozent für Haushalte mit einem Einkommen bis zu 40.000 Euro. Neu ist eine Stufe für Einkommen unter 30.000 Euro, für die 40 Prozent Bonus möglich sind. Haushalte mit einem Einkommen unter 50.000 Euro erhalten noch 10 Prozent Einkommensbonus. Der Klimageschwindigkeitsbonus, bisher bei 20 Prozent, wird in den nächsten zweieinhalb Jahren auf null abgeschmolzen. Dafür wird ein Kinderbonus eingeführt.

Für manche Antragsteller sind die neuen Konditionen vorteilhafter, viele andere müssen mit weniger Förderung rechnen. Der Energieanbieter Octopus Energy, der auch Wärmepumpen installiert und bei der Förderung berät, kritisierte den abrupten Stopp. „Die Änderungen sind sinnvoll, aber: Die Wärmepumpenförderung in einer Nacht-und-Nebel-Aktion umzustellen, ist ein fatales Signal für die Verbraucher“, sagte Bastian Gierull, Chef von Octopus Energy. „Es gibt tausende Haushalte, die gerade ihr Installations-Angebot unterschrieben haben und jetzt plötzlich mit deutlich weniger Unterstützung rechnen müssen.“

Kritik an der abrupten Umstellung

Der Verband warnte, dass tausende Verbraucher überrumpelt würden. Ähnlich abrupt hatte die Ampel-Koalition 2023 die damalige E-Auto-Förderung beendet. Ab dem 21. Juli können Anträge nur noch nach den neuen Förderbedingungen gestellt werden. Die Umstellung betrifft alle, die noch keinen Antrag gestellt haben, aber bereits in der Planung für einen Heizungstausch sind.

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