Triathlon-Staffel-WM: Olympiasieger Deutschland verpasst als Fünfter das Podium
Triathlon-Staffel-WM: Deutschland verpasst Podium

Die deutsche Triathlon-Staffel hat bei der Weltmeisterschaft in Hamburg den ersten Podestplatz seit 2022 verpasst. Das Team um Lisa Tertsch (27), Valentin Wernz (31), Franka Rust (23) und Tim Hellwig (27) belegte am Sonntag den fünften Platz mit 77 Sekunden Rückstand auf die Sieger. Den Titel sicherte sich Frankreich in 1:18:37 Stunden und löste damit das Ticket für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Silber ging an Ungarn (+4 Sekunden), Bronze an Großbritannien (+13 Sekunden).

Dramatisches Rennen und gesundheitliche Probleme

Das Rennen war von mehreren Schreckmomenten geprägt. Der britische Schlussläufer Oliver Conway (21) brach bei Temperaturen um die 30 Grad nach dem Zieleinlauf bewusstlos zusammen und musste kurz medizinisch versorgt werden. Noch schwerer erwischte es Titelverteidiger Australien: Startläuferin Richelle Hill (24) erhielt im Wasser einen Schlag ab, fühlte sich benommen und gab nach dem Radwechsel auf. Die U23-Weltmeisterin wurde vorsichtshalber ins Krankenhaus gebracht – der Favorit war ausgeschieden.

„Wir haben auf mehr gehofft“, sagte Chef-Bundestrainer Dr. Thorben Hoffmeister ehrlich. „Aber ich will nicht von einer Enttäuschung sprechen, da wir heute Morgen kurzfristig den Ausfall unseres Top-Athleten Henry Graf verkraften mussten. Da muss man mit einem fünften Platz auch mal zufrieden sein.“

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Ausfall von Henry Graf belastet deutsches Team

Topmann Henry Graf (24) hatte sich bereits am Morgen abgemeldet. Der Weltranglistenvierte hatte am Samstag im Einzel Bronze geholt, doch seine strapazierte Achillessehne machte Probleme. „Henry hat heute Morgen noch mal versucht, auf die Rolle zu gehen und das ganze System in Schwung zu bringen, warm zu machen“, erläuterte Hoffmeister. „Aber dann war die Entscheidung: Es geht nicht.“ Ersatzstarter Wernz (Nr. 91 der Welt) erfuhr beim Frühstück von seinem Einsatz.

Rennverlauf: Tertsch startet stark, Krämpfe bremsen

Olympiasiegerin Lisa Tertsch übergab nach ihrem Mini-Triathlon als Erste an Valentin Wernz. Der biss sich in der Spitzengruppe fest, bekam jedoch auf der Laufstrecke Krämpfe. Auch Franka Rust hatte zu kämpfen: Die 50-Kilo-Athletin musste auf dem Rad allein hinter der Vierergruppe an der Spitze herfahren. „Es war brutal hart, mit die härtesten 20 Minuten meines Lebens“, schnaufte sie im Ziel. Der Abstand war schließlich so groß, dass Schlussläufer Tim Hellwig keine Chance mehr hatte, das Ergebnis zu verbessern.

„Man möchte immer dabeibleiben und diese Lücken vermeiden“, sagte Hoffmeister. „Heute hat es uns dann leider mal getroffen.“ Dennoch zog er nach den Tagen von Hamburg mit Silber (Tertsch) und Bronze (Graf) im Einzel ein versöhnliches Fazit: „Wir sind in einer guten Entwicklung, haben ja immer noch junge Athleten. Laura Lindemann und Tim Hellwig sind nach Verletzungen auf dem Weg zurück. Dafür sind wir schon relativ stabil.“

Rekordbeteiligung und Ausblick auf 2027

Zum 25. Jubiläum waren in Hamburg inklusive Hobby-Sportlern und Para-Athleten mehr als 10.000 Teilnehmer am Start. 2027 wird das Event noch größer: Vom 8. bis 12. September steigt dann auch die Altersklassen-WM rund um Rathaus und Binnenalster.

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