Tuchel vor Bewährungsprobe: England im Aztekenstadion gegen Mexiko
Tuchel vor Bewährungsprobe: England gegen Mexiko

Thomas Tuchel steht mit der englischen Nationalmannschaft im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Mexiko vor dem bislang größten Test seiner Amtszeit. Die Partie findet in der Nacht zu Montag um 2 Uhr deutscher Zeit im legendären Aztekenstadion von Mexiko-Stadt statt und wird bei MagentaTV übertragen.

Historische Bürde und psychologische Herausforderung

Die englische Sportpresse schlägt bereits Alarm und thematisiert mögliche Nachteile für die Three Lions. Bei der Ankunft im Teamhotel wurde die Mannschaft mit Buhrufen und Lärmstörungen empfangen. Zudem soll die Höhenlage von Mexiko-Stadt den Gastgebern in die Karten spielen. Das Aztekenstadion ist für England ein Ort des Traumas: 1986 besiegte Diego Maradona die Engländer mit der „Hand Gottes“ und einem legendären Solo-Tor.

„Es liegt etwas in der Luft, die vielleicht nicht so gut für England ist“, sagt England-Fan Mark Korn aus Leeds, der eigens für das Spiel nach Mexiko-Stadt gereist ist. Dennoch macht ihm Tuchel Mut: „Thomas Tuchel ist ein großer Trainer. Genau für solche Spiele haben sie ihn geholt.“

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Tuchels Charmeoffensive und taktisches Geschick

Der deutsche Trainer hat sich seit seiner umstrittenen Verpflichtung vor fast zwei Jahren in der Rolle etabliert. Er begegnete der anfänglichen Skepsis gegenüber einem deutschen Nationaltrainer mit einer Charmeoffensive, betonte bei jeder Gelegenheit seine Liebe zum englischen Fußball und stellte das Nicht-Singen der Nationalhymne als Zeichen des Respekts dar: „Ich muss das Recht dazu erst einmal verdienen“, sagte er mehrfach.

Tuchel hat den Three Lions eine neue Leichtigkeit gegeben. „Der Druck ist irgendwie ein bisschen weniger als unter Southgate“, bestätigt Fan Max Hammond, der kurzfristig aus London angereist ist. Die Fans haben Tuchel bereits ein eigenes Lied gewidmet: „Football’s coming home again with Tommy Tuchel!“

Kritik vor dem Turnier

Vor der WM geriet Tuchel jedoch erstmals in die Kritik. Viele hinterfragten seine Nominierung von Tottenhams Djed Spence vor Real Madrids Trent Alexander-Arnold als Rechtsverteidiger sowie den Verzicht auf Spieler wie Cole Palmer und Phil Foden. Zudem zeigte die Mannschaft in Testspielen gegen Ghana und die DR Kongo teilweise verkrampfte Leistungen, die an die Ära von Vorgänger Gareth Southgate erinnerten.

Alles oder nichts für Tuchel

Für Tuchel geht es nun um alles oder nichts. Gelingt der WM-Titel, würde er zu einem der beliebtesten Deutschen in England werden. Bei einem Scheitern droht jedoch das schnelle Ende der Liebesgeschichte. „Ich bin keiner, der immer den Trainerrauswurf fordert, aber wenn sie morgen verlieren, wird er am Montag weg sein“, prognostiziert Fan Korn. „So hart sich das anhört: Wenn du es nicht einmal ins Viertelfinale schaffst, dann bist du gescheitert.“

Tuchel selbst zeigt sich vor dem Spiel gelassen: „Je größer der Lärm drumherum ist, desto ruhiger ist es oft in der Bubble“, sagte er auf der Pressekonferenz. Sein Ziel ist klar: „Den zweiten Stern holen.“

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