Geschlossene Front gegen Infantinos Investorenpläne
Fifa-Präsident Gianni Infantino erlebt einen weiteren schweren Rückschlag: Nach der Boykottdrohung der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hat sich nun auch der Kontinentalverband Concacaf, zuständig für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik, geschlossen gegen die geplanten Investorendeals gestellt. Der Verband gab nach einer gemeinsamen Sitzung bekannt, dass die Mitglieder die Pläne einhellig ablehnen. Damit positionieren sich auch die drei WM-Gastgeber USA, Mexiko und Kanada gegen Infantinos Vorhaben.
Infantinos Versprechen und die Realität
Infantino hatte den 211 Mitgliedsverbänden Einnahmen in vierfacher Höhe in Aussicht gestellt, falls sie einem Teilverkauf der kommerziellen Rechte an der Weltmeisterschaft zustimmen. Der Weltverband setzte dafür eine Frist bis zum 19. September und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung. Die UEFA und Concacaf kritisieren jedoch das Verfahren sowie die künstlich verkürzte Frist. „Europas Position ist eindeutig. Wir werden diesem Modell niemals unsere Legitimität verleihen. Niemand hat das moralische Recht, etwas zu verkaufen, das er lediglich treuhänderisch für die nächste Generation verwaltet“, erklärte die UEFA in einer Stellungnahme.
Stimmengewicht und drohende Blockade
Mit den 55 Stimmen der UEFA und den 41 Stimmen der Concacaf verfügen die Gegner des Plans über insgesamt 96 Stimmen. Da für eine Annahme des Deals eine einfache Mehrheit der 211 Mitglieder erforderlich ist, wird es für Infantino zunehmend schwierig, die notwendige Unterstützung zu mobilisieren. Zwar drohte Concacaf im Gegensatz zur UEFA keinen direkten Boykott an, doch äußerte der Verband deutliche Kritik am fehlenden ordnungsgemäßen Verfahren, der mangelnden Prüfung und der fehlenden Genehmigung durch die zuständigen Fifa-Gremien.
Auswirkungen auf die WM und den Weltfußball
Sollte Infantino an seinen Plänen festhalten, droht eine tiefe Spaltung des Weltfußballs. Die UEFA hatte angekündigt, alle Fifa-Spiele zu boykottieren, falls der Weltverband den Investorendeal ohne Zustimmung der Verbände durchsetzt. Dies könnte die Durchführung künftiger Weltmeisterschaften gefährden. Der Druck auf Infantino wächst, eine Lösung zu finden, die sowohl die finanziellen Interessen der Fifa als auch die Bedenken der Kontinentalverbände berücksichtigt.



