Eine trainingsfreie Woche mitten in der Vorbereitung liegt hinter Union Berlin. Seit Montag steht die Mannschaft wieder auf dem Platz. Richtig ernst wird es für die Köpenicker aber erst zum Ende der Woche: Unmittelbar nach dem Testspiel gegen Cagliari Calcio am Sonntag um 14 Uhr im Stadion An der Alten Försterei reist das Team ins Trainingslager nach Österreich. Ziel ist Aigen im Ennstal in der Steiermark, wo sich die Mannschaft vom 2. bis 10. August 2026 den letzten Feinschliff für die neue Saison in der Fußball-Bundesliga holen will.
Für Union Berlin beginnt jetzt die heiße Phase
Zu Wochenbeginn hatte das Team den Trainingsplatz an der Hämmerlingstraße noch einmal öffentlich betreten. Rund 50 Fans verfolgten die Einheit und sahen zu, wie die Profis nach der kurzen Pause wieder die Arbeit aufnahmen. In den Tagen danach trainiert Union nun unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Sportlich wartet ein dichtes Wochenende: Zunächst geht es am Samstag zum Zweitligisten Dynamo Dresden, einen Tag später empfangen die Berliner dann den italienischen Erstligisten aus Cagliari.
Für den Hauptstadtklub ist das der bislang anspruchsvollste Abschnitt der Sommer-Vorbereitung. Zwar absolvierte das Team bislang einen regelrechten Testspiel-Marathon, allerdings meist gegen Gegner aus niedrigeren Spielklassen. Auch im Trainingslager sind noch zwei Tests geplant, die Gegner stehen bislang aber nicht fest. Trainer Mauro Lustrinelli hatte die ungewöhnliche Taktung schon vor einigen Tagen treffend beschrieben: Seine Mannschaft absolviere derzeit „mehr Spiele als Trainingseinheiten“.
Gemischte Bilanz in den bisherigen Testspielen
Die bisherige Bilanz fällt gemischt aus. Gewonnen hat Union bislang nur gegen den Oberligisten Optik Rathenow mit 12:2 sowie gegen den Achtligisten Grün-Weiß Lübben mit 16:0. Gegen den Chemnitzer FC aus der Regionalliga kam die Mannschaft nicht über ein 1:1 hinaus, gegen Carl Zeiss Jena setzte es eine 0:2-Niederlage. Bei einem Kurztrip in die Schweiz spielte Union zunächst 1:1 gegen den Erstligisten FC Winterthur, ehe eine 1:2-Niederlage gegen den Zweitligisten FC Aarau folgte.
Auf der Torwartposition wächst der Druck spürbar
Ein besonderes Augenmerk lag zum Wochenstart auf der Torwartposition. Mit Phillip Menzel trainierte ein neuer Schlussmann mit, der zuletzt für den 1. FC Saarbrücken im Tor stand und seit Ende Juni ohne Verein ist. Weil Frederik Rönnow und Matheo Raab derzeit nicht voll belastbar sind, hilft der 27-Jährige zunächst als Gastspieler aus. Der Klub erklärte, Menzel ergänze ab sofort das Torwart-Team, um im Training die Qualität zu sichern und die Belastung besser zu steuern.
Für Union ist das vor allem eine pragmatische Lösung. Rönnow arbeitet nach seiner Oberschenkelverletzung noch nicht wieder im vollen Umfang mit, Raab musste zuletzt aufgrund der Belastungssteuerung ganz aussetzen. Am Montag standen daher neben Menzel nur Rönnow, Carl Klaus und Nachwuchstorwart Fritz Gagzow auf dem Platz.
Verletzungen und Ausfälle bremsen Union Berlin
Auch darüber hinaus bleibt die personelle Lage angespannt. Christopher Trimmel, Andrej Ilic und Marvin Friedrich fehlten krankheitsbedingt. Andrik Markgraf arbeitet nach seinem Kreuzbandriss am Comeback, Oliver Burke laboriert an Problemen mit der Achillessehne. Mekhi Gray und Stanley Nsoki mussten wegen muskulärer Beschwerden passen. Immerhin gab es auch positive Nachrichten: Rani Khedira und Dmytro Bogdanov stiegen nach ihrem planmäßigen Urlaub wieder ins Training ein.



