Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist am Dienstag zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus eingetroffen. Das Büro des israelischen Regierungschefs bestätigte die Ankunft. Im Zentrum der Gespräche steht der Krieg gegen den Iran, wie Netanjahu zu Beginn seiner USA-Reise betonte. Trump erklärte gegenüber Fox News, Netanjahu wolle die USA davon überzeugen, im Iran-Konflikt weiterhin militärisch involviert zu bleiben. Er brauche Netanjahu nicht, um ihm das zu sagen, so Trump. Die Äußerungen offenbaren Risse in der einst engen Beziehung der beiden Staatsmänner, da Israel auf eine Fortsetzung des Krieges drängt, während Trump zuletzt auf eine diplomatische Lösung setzte.
Hormus-Krise: Iran sperrt Durchfahrt für entschädigte Schiffe
Der Iran reagierte scharf auf Trumps Drohung, Eigentümer von im Golf beschädigten Schiffen mit eingefrorenen iranischen Geldern zu entschädigen. Militärsprecher Ebrahim Solfaghari erklärte in staatlichen Medien, Schiffe von Unternehmen oder Ländern, die solche Zahlungen annehmen, dürften die Straße von Hormus nicht mehr passieren. Die Meerenge ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den globalen Öltransport. Unterdessen unterbreitete der Oman dem Iran einen Vorschlag für einen gemeinsamen regionalen Mechanismus zur Verwaltung der Straße von Hormus, basierend auf einem freiwilligen Gebührenmodell ähnlich der Straße von Malakka. Ein Insider bestätigte, der Vorstoß werde von mehreren Nahost-Staaten unterstützt.
Trump: Gute Gespräche mit Iran – aber Ultimatum
US-Präsident Donald Trump berichtete von „guten Gesprächen“ mit dem Iran, drohte jedoch gleichzeitig mit weiteren Angriffen, falls keine Einigung erzielt werde. In einem Interview mit Fox News sagte er, er wolle Angriffe auf iranische Brücken und Kraftwerke vermeiden, aber wenn es kein Abkommen gebe, werde er diese Ziele sowie das Tunnelsystem am Berg Kuh-e Kolang („Pickaxe Mountain“) zerstören. „Wir haben ihre Atomanlagen ausgeschaltet, und wir werden Pickaxe ausschalten müssen, wenn wir kein Abkommen schließen“, so Trump. Die USA und der Iran haben ihre gegenseitigen Angriffe vorübergehend ausgesetzt, um diplomatische Bemühungen zu ermöglichen. Trump führte die Angriffspause auf direkte Kontaktaufnahme Teherans zurück: „Weil wir sie sehr hart getroffen haben“, sagte er an Bord der Air Force One.
Ölpreis fällt nach US-Angriffspause
Die Ölpreise gaben nach Trumps Äußerungen deutlich nach. Nordsee-Öl der Sorte Brent verbilligte sich um 8,2 Prozent auf rund 92 US-Dollar je Barrel, US-Leichtöl (WTI) fiel um 7,6 Prozent. Die Pause der US-Angriffe am Wochenende nährte Hoffnung auf eine Deeskalation, nachdem die USA 13 Nächte in Folge Luftschläge gegen den Iran geflogen hatten. Der Iran signalisierte, ebenfalls die Angriffe einzustellen, solange die USA dies täten. Ein ranghoher iranischer Insider sagte jedoch der Nachrichtenagentur Reuters, die Skepsis in Teheran sei groß: „Die vorherrschende Meinung ist, dass die Pause eher taktischer Natur und nicht ernst gemeint ist.“
Diplomatische Initiativen: Vermittler melden Fortschritte
Vermittler unter Führung Katars und Pakistans haben nach Angaben regionaler Vertreter Fortschritte erzielt, um die USA und den Iran an den Verhandlungstisch zurückzubringen. Ziel sei eine vorläufige Waffenruhevereinbarung, die durch die jüngsten Angriffe untergraben worden war. Pakistanische Geheimdienste halten eine begrenzte US-Bodenoffensive für immer wahrscheinlicher, sollte die Diplomatie scheitern, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr. Der iranische Außenamtssprecher Esmail Baghaei dementierte jedoch, dass sein Land um Gespräche gebeten habe. „Berichte, wonach der Iran Verhandlungen mit den USA wünscht, sind erfunden“, betonte er.
UN-Menschenrechtskommissar fordert israelischen Abzug aus Libanon
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, forderte das israelische Militär zum vollständigen Abzug aus dem Libanon auf. Bei einem Besuch im Libanon kritisierte er die großflächige Zerstörung ziviler Gebäude, die erhebliche Fragen zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts aufwerfe. Parallel dazu kündigten die USA weitere Gespräche zwischen Israel und dem Libanon in Rom für den 4. bis 6. August an, um die Umsetzung des Sicherheitsabkommens voranzutreiben, einschließlich der Einrichtung von Pilotzonen im Südlibanon.
Pentagon ändert Opferstatistik – neue Kategorie „Auslandseinsätze“
Das US-Verteidigungsministerium hat die offizielle Statistik der Kriegsopfer geändert. Vier getötete und 207 verwundete Soldaten wurden aus der bisherigen Bilanz entfernt und in eine neue Kategorie „Overseas Operations“ verschoben. Ein Regierungsvertreter erklärte der AP, die tatsächliche Zahl der Verwundeten liege bei über 500. Die neue Kategorie erfasst Opfer seit dem 7. Juli, als die Kämpfe um die Straße von Hormus wieder aufflammten. Seit Kriegsbeginn am 28. Februar kamen insgesamt 14 US-Soldaten ums Leben.
Wasserversorgung im Süden Irans schwer beschädigt
Nach jüngsten US-Angriffen sind in der Provinz Hormusgan 18 Wasserinfrastruktureinrichtungen beschädigt worden, darunter zehn vollständig zerstörte Meerwasserentsalzungsanlagen. Auf der Insel Gheschm wurde eine Anlage außer Betrieb gesetzt, wodurch die Wasserversorgung von rund 120.000 Menschen beeinträchtigt wurde, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars.
Syrien strebt Sicherheitsabkommen mit Israel an
Der syrische Präsident Ahmed al-Scharaa erklärte gegenüber Al-Dschasira, Syrien strebe ein Sicherheitsabkommen mit Israel an, das den Weg für einen umfassenden Frieden ebnen könnte. Der syrische Anspruch auf die Golanhöhen bleibe jedoch bestehen. Scharaa betonte, man vermeide Konfrontationen und erwäge keine militärischen Interventionen im Libanon.
Huthi-Angriffe und US-Truppenverlegung
Nach Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auf saudische Ölanlagen brach der Schiffsverkehr durch die Meerenge Bab al-Mandab auf den niedrigsten Stand seit Monaten ein, wie Daten des Analysehauses Kpler zeigen. Nur elf Handelsschiffe passierten die Meerenge am Sonntag. Die USA bestätigten die Verlegung weiterer Kampf- und Tankflugzeuge in die Region, ohne genaue Zahlen zu nennen.
Israel genehmigt internationale Truppe für Gazastreifen
Das israelische Sicherheitskabinett hat einem Insider zufolge grünes Licht für ein Vordringen einer geplanten internationalen Sicherheitstruppe in Teile des Gazastreifens gegeben, die nicht unter israelischer Kontrolle stehen. Die Truppe ist Teil eines im Oktober vorgelegten, von den USA unterstützten Plans für die Nachkriegsordnung in Gaza.



