Tour de France: Van der Poel gewinnt Hitzeschlacht auf verkürzter Etappe
Van der Poel siegt in Hitzeschlacht bei Tour de France

Mathieu van der Poel hat die neunte Etappe der 113. Tour de France gewonnen. Der 31-jährige Niederländer setzte sich am Sonntag nach 154,6 Kilometern durch das Zentralmassiv im Sprint einer Ausreißergruppe vor Tobias Halland Johannessen und Tom Pidcock durch. Die Etappe war aufgrund extremer Hitze um rund 30 Kilometer verkürzt worden – ein Novum in der Tour-Geschichte.

Hitzerekord und Etappenverkürzung

Im Département Corrèze galt die Hitze-Alarmstufe Rot, die Temperaturen erreichten fast 40 Grad. Die Veranstalter hatten nach Gesprächen mit Behörden und Teams entschieden, die Strecke zu kürzen, um Fahrer und Zuschauer zu schützen. „Es ist eine harte Etappe“, sagte Tour-Chef Christian Prudhomme am Vorabend. Seit dem Start am 4. Juli seien die Fahrer bei „hohen, sehr heißen Temperaturen“ unterwegs gewesen. Tadej Pogacar bedankte sich laut Prudhomme für die Verkürzung.

„Ich hatte sehr zu kämpfen, aber heute hatte ich endlich die Beine, um auf Sieg zu fahren. Es war ein super harter Tag“, sagte van der Poel nach dem Rennen. Der Klassikerspezialist, der mit seiner Freundin ein Kind erwartet, holte sich im Ziel als Erstes einen Kuss von ihr ab. Es war sein dritter Etappensieg bei der Tour.

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Rennverlauf und Favoriten

Trotz der Hitze entwickelte sich ein schnelles Rennen. In der ersten Stunde legten die Fahrer einen Schnitt von mehr als 49 Kilometern pro Stunde hin. Eine achtköpfige Ausreißergruppe bildete sich am Anstieg zum Suc au May. Rund 24 Kilometer vor dem Ziel ging van der Poel in die Offensive. Pidcock hatte kurzzeitig Probleme mit seinem Rad, konnte aber wieder aufschließen.

Im Feld der Favoriten kontrollierten die Helfer von Gesamtführenden Tadej Pogacar das Tempo. Später halfen auch die Teams von Jonas Vingegaard und Egan Bernal, konnten die Ausreißer jedoch nicht mehr einholen. Pogacar verteidigte sein Gelbes Trikot und den Vorsprung von 2:42 Minuten auf den Dänen Jonas Vingegaard.

Deutsche Fahrer im Rennen

Der deutsche Hoffnungsträger Florian Lipowitz und sein Co-Kapitän Remco Evenepoel kamen zeitgleich mit der Konkurrenz ins Ziel. Lipowitz hatte zuvor Trinkflaschen für sich und Evenepoel vom Begleitwagen geholt. „Es war von Anfang an ein richtig hartes Rennen, ein super harter Tag. Ich freue mich, dass morgen der Ruhetag kommt“, sagte Lipowitz der ARD. Dass kein Helfer mehr dabei war, sei kein Problem gewesen: „Jeder ist super gefahren, das ganze Team hat schon die ganze Woche einen super Job gemacht.“

Der deutsche Tour-Routinier John Degenkolb lobte die verkürzte Strecke: „Jede Minute, die man sich spart bei dieser brütenden Hitze, hier Höchstleistungen zu bringen, das ist angenehmer.“ Der neue deutsche Meister Felix Engelhardt hält weitere Änderungen für nötig: „13.30 Uhr Start ist jetzt nicht so hilfreich, da fährt man trotzdem in den heißesten Stunden des Tages. Da muss man sich langfristig noch eine andere Lösung überlegen.“

Ausblick nach dem Ruhetag

Am Montag haben die Fahrer den ersten Ruhetag. Am französischen Nationalfeiertag, dem 14. Juli, geht es zwischen Aurillac und Le Lioran weiter. Dann sind 3800 Höhenmeter und zwei Bergwertungen der ersten Kategorie zu überwinden.

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