Werder Bremen wird immer mehr zum „Wösi-Klub“: Mit der Verpflichtung von Torwart Alexander Schlager (30) stehen nun bei den Männern vier Profis aus Österreich unter Vertrag – genauso viele wie im Vorjahr. Bei den Frauen sind es diesmal sogar fünf Spielerinnen aus dem Nachbarland. Damit hat Werder so viele Österreicher in seinen Reihen wie nie zuvor.
Eine lange Tradition mit österreichischen Spielern
Die Verbindung zwischen Werder Bremen und Österreich hat eine lange Geschichte. Alles begann 1979 mit Gerhard Steinkogler. Der früh verstorbene Bruno Pezzey (†39) und vor allem Mittelfeld-Ikone Andi Herzog (57) ebneten später den Weg für bis heute insgesamt 16 Spieler aus Österreich. Nicht einmal Bayern München, trotz der geografischen Nähe, hatte mehr Österreicher unter Vertrag. Viele Transfers wie Zlatko Junuzovic oder Marco Friedl wurden zu Erfolgsgeschichten.
Heute tragen neben Schlager die beiden WM-Kollegen Friedl und Romano Schmid sowie Marco Grüll das Werder-Shirt. Auch Fitness-Trainer Günther Stoxreiter (45) stammt aus Österreich. Manager Clemens Fritz sagt: „Es ist ein Scouting-Markt, der aufgrund der sprachlichen Nähe besonders interessant ist. Wir haben in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen mit Österreichern gesammelt. Wir sind aber natürlich nicht auf sie festgelegt.“ Er fügt lächelnd hinzu: „Wir werden in diesem Sommer nicht noch drei Österreicher verpflichten …“
Fünf Österreicherinnen bei den Frauen
Bei den Werder-Frauen sind es sogar fünf Spielerinnen aus Österreich. Trainerin Fritzy Kromp erklärt: „Es scheint ihnen hier gutzugehen und zu gefallen. Es gibt eine lange Historie mit Andi Herzog & Co. Bei uns hilft es, wenn du Spieler hast wie Mariella El Sherif, Chiara D’Angelo und Sarah Gutmann, die sich gut eingefunden haben. Sie sind Multiplikatorinnen.“
Die österreichischen Spielerinnen haben sich offenbar schnell integriert und tragen zur positiven Stimmung im Team bei. Kromp betont, dass die gute Atmosphäre ein Grund für den Erfolg der Österreicher in Bremen sei.
Keine Gefahr von Grüppchenbildung
Bei so vielen Spielern aus einem Land könnte die Gefahr einer Grüppchenbildung bestehen – ein Phänomen, das in der Vergangenheit immer wieder bei Klubs mit vielen Spielern aus einer Nation zu beobachten war. Doch Trainerin Kromp gibt Entwarnung: „Gruppen gibt es immer. Wichtig ist, dass es nicht zu extrem ist. Da mache ich mir bei uns keine Sorgen.“
Manager Fritz unterstreicht, dass die Sprachbarriere gering sei und die Österreicher sich schnell anpassen könnten. Die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte seien durchweg positiv gewesen, weshalb man weiterhin auf den österreichischen Markt setze. Mit Schlager, Friedl, Schmid und Grüll sowie den fünf Frauen ist Werder Bremen nun der österreichischste Klub der Bundesliga.



