Werder Bremens Sechser-Not: Das Loch in der Mitte
Werder Bremens Sechser-Not: Loch in der Mitte

Werder Bremen steckt in einer tiefen Krise auf der defensiven Mittelfeldposition. Seit dem Abgang von Ilia Gruev und dem verletzungsbedingten Ausfall von Leonardo Bittencourt klafft ein großes Loch in der Zentrale. Trainer Ole Werner hat bereits mehrere Optionen durchprobiert, doch keine hat bisher überzeugt. Die Mannschaft kassierte in den letzten fünf Spielen durchschnittlich 2,4 Gegentore pro Partie – ein alarmierender Wert.

Die personelle Notlage im Mittelfeld

Die Probleme begannen im Sommer, als Ilia Gruev zu Leeds United wechselte. Der Bulgare war in der Vorsaison der unangefochtene Chef im defensiven Mittelfeld und gab der Mannschaft Stabilität. Sein Abgang hinterließ eine Lücke, die bisher nicht geschlossen werden konnte. Leonardo Bittencourt, der als Ersatz eingeplant war, fällt seit Wochen mit einer Oberschenkelverletzung aus. Auch Christian Groß, der in der Vergangenheit auf der Sechser-Position spielte, ist aktuell nicht fit.

Trainer Ole Werner probierte bereits mehrere Spieler auf der Position aus. So ließ er unter anderem den jungen Nicolai Rapp auflaufen, der jedoch nicht die nötige Erfahrung mitbringt. Auch Romano Schmid versuchte sich als defensiver Mittelfeldspieler, doch offenbarte er dort Defizite im Stellungsspiel. „Wir haben verschiedene Optionen getestet, aber keine hat bisher die gewünschte Stabilität gebracht“, erklärte Werner auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Die Auswirkungen auf die Defensive

Die fehlende Absicherung im Mittelfeld wirkt sich direkt auf die Abwehr aus. In den vergangenen fünf Partien kassierte Werder Bremen insgesamt zwölf Gegentore. Besonders besorgniserregend ist die Anfälligkeit bei Kontern: Gegnerische Mannschaften nutzen die Räume zwischen den Ketten eiskalt aus. So führte der FC Bayern München beim 4:0-Sieg gegen Bremen gleich drei Kontertore.

„Wir müssen die Lücken im Mittelfeld schließen, sonst werden wir weiter bestraft“, analysierte Abwehrchef Niklas Stark. Die fehlende Absicherung führt auch zu einer Überlastung der Innenverteidiger, die oft allein gelassen werden. Das System von Ole Werner, das auf hohe Pressingintensität setzt, funktioniert nur, wenn die Sechser die Räume eng machen und die Angriffe frühzeitig unterbinden.

Mögliche Lösungen für Trainer Ole Werner

Bis zur Winterpause muss Werner eine Lösung finden. Eine Option ist die Rückkehr von Leonardo Bittencourt, der allerdings noch nicht absehbar wieder einsatzbereit ist. Auch ein Systemwechsel auf eine Doppel-Sechs könnte Abhilfe schaffen. „Wir denken über taktische Anpassungen nach“, so Werner. Theoretisch könnte auch der etatmäßige Innenverteidiger Milos Veljkovic auf die Sechser-Position rücken, wie er es in der Vergangenheit schon getan hat.

Sportdirektor Frank Baumann schließt zudem eine Verstärkung im Winter nicht aus. „Wir beobachten den Markt, aber es muss ein Spieler sein, der uns sofort hilft“, sagte Baumann. Allerdings sind die finanziellen Mittel begrenzt, sodass eine Leihe wahrscheinlicher ist als ein fester Transfer. Namen von möglichen Kandidaten werden bisher nicht genannt.

Die kommenden Spiele werden zeigen, ob Werder Bremen das Loch in der Mitte stopfen kann. Am Samstag trifft die Mannschaft auf den VfL Wolfsburg, der selbst mit starken offensiven Mittelfeldspielern wie Felix Nmecha und Ridle Baku gespickt ist. Ein erneutes Debakel wie gegen Bayern München wollen die Bremer unbedingt vermeiden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration