Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat gegen den Softwarekonzern TeamViewer ein Bußgeld in Höhe von 150.000 Euro verhängt. Grund ist die verspätete Meldung eines Hackerangriffs, der bereits im März 2023 stattfand. Das Unternehmen hatte den Vorfall erst im Dezember 2023 der BaFin gemeldet, obwohl es dazu gesetzlich verpflichtet gewesen wäre.
Hintergrund des Hackerangriffs
Bei dem Angriff erlangten unbekannte Täter Zugriff auf interne Systeme von TeamViewer. Nach Unternehmensangaben handelte es sich um einen gezielten Angriff, bei dem keine Kundendaten abgeflossen seien. Dennoch hätte der Vorfall unverzüglich der BaFin gemeldet werden müssen, da TeamViewer als börsennotiertes Unternehmen besonderen Meldepflichten unterliegt.
Die BaFin stellte fest, dass TeamViewer die gesetzliche Frist für die Meldung von Sicherheitsvorfällen deutlich überschritten habe. „Die verspätete Meldung ist ein schwerwiegender Verstoß gegen die Transparenzpflichten, die wir von Unternehmen erwarten“, erklärte ein Sprecher der BaFin.
Reaktion von TeamViewer
TeamViewer akzeptierte das Bußgeld und kündigte an, interne Prozesse zu überprüfen. „Wir bedauern die verspätete Meldung und haben unsere internen Abläufe bereits verbessert, um solche Verzögerungen in Zukunft zu vermeiden“, sagte ein Unternehmenssprecher. Das Unternehmen betonte jedoch, dass der Hackerangriff selbst keine Auswirkungen auf Kunden oder den Geschäftsbetrieb gehabt habe.
TeamViewer hatte nach eigenen Angaben umgehend nach der Entdeckung des Angriffs externe Forensiker eingeschaltet und die Strafverfolgungsbehörden informiert. Die Meldung an die BaFin sei jedoch aufgrund interner Abstimmungsprozesse erst später erfolgt.
Bedeutung für die Branche
Der Fall zeigt, wie wichtig die Einhaltung von Meldepflichten für Unternehmen ist. Die BaFin hat in den letzten Jahren ihre Überwachung von IT-Sicherheitsvorfällen bei börsennotierten Unternehmen verschärft. Laut einem Sprecher der Behörde dienen die Bußgelder dazu, die Einhaltung der Vorschriften zu gewährleisten und das Vertrauen der Anleger zu schützen.
Experten sehen in dem Bußgeld ein Signal an die gesamte Branche. „Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre internen Meldewege klar definiert und effizient sind“, kommentierte ein IT-Sicherheitsexperte der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. „Die Verzögerung von mehreren Monaten ist aus Sicht der Aufsicht nicht akzeptabel.“
Ausblick
TeamViewer will aus dem Vorfall lernen und seine Compliance-Prozesse weiter optimieren. Das Unternehmen hat bereits angekündigt, einen eigenen Beauftragten für die Meldung von Sicherheitsvorfällen zu ernennen. Die BaFin wird die Umsetzung der Maßnahmen überwachen. Bei erneuten Verstößen drohen deutlich höhere Strafen.



