Die Union startet mit einem politischen Beben in die Sommerpause. Nach dem überraschenden Rücktritt von Fraktionschef Jens Spahn am vergangenen Samstag müssen die Abgeordneten von CDU und CSU bereits am kommenden Mittwoch aus dem Urlaub anreisen, um eine neue Führung zu wählen. Doch die Unruhe in der Partei spiegelt sich auch in den Umfragewerten wider: Im aktuellen RTL/ntv Trendbarometer kommen CDU und CSU auf nur 22 Prozent Zustimmung – ein Minus von 6,5 Prozentpunkten im Vergleich zur Bundestagswahl 2025.
AfD bleibt stabil an der Spitze
Die AfD behauptet mit unverändert 26 Prozent ihre Führungsposition. Auch der Abstand zu den anderen Parteien bleibt konstant. Würde an diesem Sonntag gewählt, kämen die Grünen auf 16 Prozent, SPD und Linke auf je 12 Prozent, die FDP auf 4 Prozent, das BSW auf unter 3 Prozent und sonstige Parteien auf 8 Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt bei 27 Prozent – deutlich über den 17,9 Prozent bei der Bundestagswahl 2025.
Merz' Ansehen sinkt weiter
Bundeskanzler Friedrich Merz kann offenbar kaum überzeugen. Nur 14 Prozent der Deutschen sind mit seiner Arbeit zufrieden, 85 Prozent unzufrieden – unverändert zur Vorwoche. Besonders alarmierend für die Union: Selbst unter den eigenen Anhängern ist die Zustimmung mit 49 Prozent nur knapp über der Hälfte. 49 Prozent der Unionssympathisanten zeigen sich unzufrieden, 2 Prozent sind unentschlossen.
Politische Kompetenz: Union und AfD gleichauf
Bei der Frage nach der politischen Kompetenz liegen CDU/CSU und AfD mit je 12 Prozent gleichauf. Die Grünen erhalten 7 Prozent, SPD und Linke je 6 Prozent. 55 Prozent der Befragten trauen keiner Partei zu, die Probleme des Landes zu lösen.
Mehrheit gegen Koalitionen mit der AfD
58 Prozent der Bundesbürger befürworten den bisherigen Kurs der anderen Parteien, Koalitionen mit der AfD auszuschließen. 39 Prozent sprechen sich für künftige Regierungsbündnisse mit der AfD aus. Während im Westen eine deutliche Mehrheit gegen eine Zusammenarbeit ist, sieht eine knappe Mehrheit im Osten dies anders. Unter den AfD-Anhängern wünschen sich 91 Prozent eine Regierungsbeteiligung ihrer Partei. Im Sommer 2023 lag die Zustimmung zum Ausschluss von AfD-Koalitionen noch bei 73 Prozent, während nur 22 Prozent dafür waren.
Wichtigste Themen: Koalitionsarbeit und Nahostkonflikt
Für die Deutschen ist die Arbeit der Koalition mit 38 Prozent das wichtigste Thema, gefolgt vom Konflikt im Nahen Osten (27 Prozent). Die wirtschaftliche Lage nennen 20 Prozent, der Ukraine-Krieg 19 Prozent, die Fußball-WM 16 Prozent. Die Reform der gesetzlichen Krankenkassen sehen 14 Prozent als prioritär an, Umwelt und Klima 11 Prozent, die Situation in den USA 10 Prozent.
Die Daten des RTL/ntv Trendbarometers wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 14. und 20. Juli erhoben. Datenbasis: 2502 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 2,5 Prozentpunkte.



