Messerattacke in Bergkamen: Acht Jahre Jugendhaft für 21-Jährigen
Messerattacke Bergkamen: Acht Jahre Jugendhaft

Das Dortmunder Landgericht hat einen 21-jährigen Mann wegen einer nächtlichen Messerattacke auf eine junge Mutter und ihre vier Kinder zu einer Jugendstrafe von acht Jahren und drei Monaten verurteilt. Die Kammer sprach ihn des versuchten Mordes und des versuchten Totschlags schuldig. Der Angeklagte hatte die Tat im Juli 2026 in Bergkamen verübt, als er bei der Familie übernachtete.

Angriff im Rauschzustand

Der junge Mann war laut Anklage gegen 2 Uhr morgens alkoholisiert in der Wohnung der Familie eingetroffen. Gegen 5.20 Uhr griff er die schlafende Mutter und ihre Kinder im Alter von drei bis acht Jahren mit einem Messer an. Alle fünf Opfer erlitten erhebliche Verletzungen, darunter Nervenschädigungen an Gesicht und Händen. Laut behandelnden Ärzten werden einige dieser Schäden dauerhaft bleiben.

Ein psychiatrischer Sachverständiger wies nach Auswertung einer Blutprobe nach, dass der Angeklagte zum Tatzeitpunkt einen maximalen Blutalkoholgehalt von 2,8 Promille aufwies, zudem waren Reste von Cannabis und Kokain im Blut. Die Richter schlossen eine verminderte Schuldfähigkeit nicht aus.

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Schweigen des Angeklagten belastet Opfer

Die Mutter, die den Angeklagten vor Gericht als ihren „besten Freund“ bezeichnet hatte, gab an, dass sein Schweigen zu den Motiven sie schwer belaste. Er hatte sich seit seiner Festnahme nicht zu den Gründen der Tat geäußert. Der Angeklagte hatte zuvor oft bei der Familie übernachtet und sich liebevoll um die Kinder gekümmert.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Jugendstrafe von zwölf Jahren gefordert, die Nebenklage sogar eine Verurteilung nach Erwachsenenstrafrecht zu lebenslanger Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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