Stade-Killer Fatih G. begeht Suizid: Keine Überwachung mehr
Stade-Killer Fatih G. begeht Suizid nach Ende der Überwachung

Der mutmaßliche Sechsfach-Mörder von Stade, Fatih G. (45), ist tot. Er beging am Dienstagmorgen in seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt Bremervörde Suizid. Dies geschah nur einen Tag, nachdem die Behörden die rund um die Uhr laufende Videoüberwachung des Häftlings eingestellt hatten.

Suizid in der ersten Nacht ohne Überwachung

Wie der NDR berichtet, wurde Fatih G. seit seiner Inhaftierung permanent per Video überwacht. Am Montag endete diese Dauerüberwachung. In der darauffolgenden Nacht, in der der Stade-Killer erstmals unbeobachtet war, nahm er sich das Leben. Ein Mitarbeiter der JVA entdeckte ihn am Dienstag um 06.05 Uhr bei der morgendlichen Kontrolle in seiner Einzelzelle. Ein Notarzt stellte den Tod durch Strangulation fest.

Nach Informationen der BILD erhängte sich der Häftling mit einem Bettlaken. Die Ermittlungen gegen den 45-Jährigen wegen Mordes werden nun eingestellt – ein Verfahren gegen Tote ist in Deutschland nicht möglich.

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Keine Suizid-Anzeichen – konkrete Zukunftspläne

Die 24-Stunden-Überwachung wurde laut NDR aufgehoben, weil Fatih G. in der Untersuchungshaft keine Anzeichen für einen Suizid gezeigt hatte. Im Gegenteil: Er signalisierte offenbar sogar, zur Aufklärung der Tat beitragen zu wollen. In mehreren Gesprächen mit dem sozialpsychiatrischen Dienst der JVA äußerte der 45-Jährige konkrete Zukunftspläne. Er wolle studieren oder ein Buch schreiben. Er machte einen „aufgeräumten Eindruck“, so der NDR. Nach diesen Gesprächen hielten die Verantwortlichen die Überwachung nicht mehr für erforderlich. Die juristischen Vorschriften seien streng, heißt es.

CDU kritisiert „Serie schwerwiegender Pannen“

Carina Hermann, Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag, äußerte Besorgnis: „Dass der Beschuldigte nun tot in seiner Zelle aufgefunden wurde, nimmt den Angehörigen auch die Möglichkeit, die vollständige strafgerichtliche Aufarbeitung der Tat zu erleben.“ Die CDU-Fraktion wirft Niedersachsens Justizministerin Kathrin Wahlmann eine „Serie schwerwiegender Pannen“ vor. Viele Fragen könnten mit dem Tod des mutmaßlichen Schützen nun unbeantwortet bleiben, befürchtet die Politikerin.

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