WM 2026: Deutschland dominiert, andere Topteams enttäuschen
Die Lage der Nation von Walter M. Straten: Sind wir etwa die letzten Großen der WM? DFB-Stars Brown (23), Schlotterbeck (26) und Nmecha (25) feiern den guten WM-Auftakt. Foto: picture alliance/dpa
Walter M. Straten, 17.06.2026 - 06:47 Uhr
„Es gibt keine Kleinen mehr“ – diese Weisheit stammt von Ex-Bundestrainer Berti Vogts. Er meinte damit nicht die Körpergröße, sondern die angeblich zu Unrecht unterschätzten Underdogs des Weltfußballs. Doch diese Weisheit muss aktualisiert werden. Nach den ersten sechs Tagen der WM sollte es heißen: Es gibt keine Großen mehr. Außer Deutschland vielleicht ... Das 7:1 gegen Curaçao war ein Donnerhall für den Rest der Welt. Auch gegen die Nummer 83 der FIFA-Rangliste muss man erst einmal sieben Tore erzielen. Die Nagelsmänner können entspannt zusehen, wie sich andere Welt- und Europameister sowie ewige Mitfavoriten blamieren.
Enttäuschender Europameister Spanien
Spanien kapituliert gegen Kap Verde (Platz 64 der FIFA). Ein 0:0 „ohne Seele, ohne Ideen und mit gerade sieben Schüssen aufs Tor“, stöhnt die Zeitung „AS“. „Ein Desaster“, jammert „Marca“. Wer sich noch an die Spanier beim EM-Triumph 2024 in Deutschland erinnert, fragt sich fassungslos: Warum spielen die einstigen Tiki-Taka-Giganten plötzlich wie Taka-Tuka-Land (bekannt aus Pippi Langstrumpf)? Und: Allein auf den noch nicht fitten Himmelsstürmer Lamine Yamal (18) zu setzen, wird nicht reichen bei dieser WM. Spaniens Superstar Lamine Yamal (18) Foto: ZUMAPRESS.com/Zuma Press/Avalon
Oranje uninspiriert
Die Oranje-Fans hüpfen fröhlich von links nach rechts durch die USA. Aber nicht zum Sieg! Hollands 2:2 gegen Japan war weit entfernt vom „Voetbal totaal“, mit dem Generationen seit Johan Cruyff die Welt verzauberten. Wenn es auch nur zu einem Titel (EM 1988) reichte ... Hollands Kapitän Virgil van Dijk (34) unzufrieden nach dem WM-Auftakt gegen Japan. Foto: picture alliance/AP Photo/Tony Gutierrez
Brasilien tut sich schwer
Der fünfmalige Weltmeister Brasilien hat zwar diesmal nicht 1:7 verloren. Doch das 1:1 gegen Marokko war keine Samba-Show. Neymar ist mehr als Maskottchen dabei, Vini Jr. ragte als Einziger heraus. Dabei sollte mit Trainer Carlo Ancelotti die Wende kommen. Titel kann er ja – aber nur mit Vereins-Teams? Seit 2013 in der Nationalmannschaft: Abwehrchef Marquinhos (32). Foto: picture alliance/AP Photo/Adam Hunger
Von den europäischen Mittelmächten Belgien (1:1 gegen Ägypten) und Schweiz (1:1 gegen Katar) ganz zu schweigen. Das nicht anwesende Italien ist nur noch Witzobjekt für FIFA-Boss Infantino: „Vielleicht qualifiziert sich Italien bei einer WM mit 64 Teams – oder wir gehen sogar hoch auf 228 Teams.“ Dabei hat die FIFA nur 211 Mitglieder. Oder kommt bald Legoland dazu? Also: Es gibt keine Großen mehr – außer Deutschland. Plus X? Ich gestehe: Als dieser Text geschrieben wurde, hatten Argentinien (in der Nacht 3:0 gegen Algerien), England und Frankreich (gewannen am Abend mit 3:1 gegen Senegal) noch nicht gespielt ...
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