PR-Trendmonitor 2026: Haltung nur bei kalkulierbarem Risiko
PR-Trendmonitor 2026: Haltung nur bei kalkulierbarem Risiko

PR-Trendmonitor 2026: Unternehmen zeigen Haltung – aber nur bei überschaubarem Risiko

Unternehmen in Deutschland und der Schweiz beziehen in der Öffentlichkeitsarbeit durchaus Stellung zu gesellschaftspolitischen Themen – allerdings meist nur dann, wenn die Risiken kalkulierbar bleiben. Dies zeigt der aktuelle PR-Trendmonitor, eine gemeinsame Studie der dpa-Tochter news aktuell und der Kommunikationsagentur P.E.R. Agency. An der Online-Befragung im Februar 2026 nahmen 302 PR-Fach- und Führungskräfte teil.

Beliebte Themen: Klima, Diversity, Demokratie

Die Kommunikationsprofis wurden gefragt, zu welchen Themen ihr Unternehmen aktuell aktiv Stellung bezieht. Am häufigsten genannt wurden Klima- und Nachhaltigkeitsthemen mit 44 Prozent. Es folgen Diversity und Inklusion (34 Prozent) sowie Demokratie und politische Grundwerte (30 Prozent). Rassismus und Antidiskriminierung geben noch 23 Prozent an, soziale Gerechtigkeit 19 Prozent und LGBTQIA+ 17 Prozent. Auf den hinteren Rängen landen Migration und Integration (13 Prozent) sowie Krisen und internationale Konflikte (11 Prozent). 23 Prozent der Befragten geben an, zu keinem der genannten Themen aktiv zu kommunizieren.

Zurückhaltung vor allem bei Krisen und Konflikten

Gefragt nach Themen, bei denen Unternehmen besonders zurückhaltend sind, führen Krisen und internationale Konflikte die Liste an (19 Prozent). Es folgen LGBTQIA+ (12 Prozent), Migration und Integration (10 Prozent) sowie Rassismus und Antidiskriminierung (8 Prozent). Demokratie und politische Grundwerte (7 Prozent), Diversity und Inklusion (6 Prozent), soziale Gerechtigkeit (6 Prozent) und Klima- und Nachhaltigkeitsthemen (3 Prozent) werden seltener gemieden. 21 Prozent der Befragten geben an, ihr Unternehmen sei bei keinem dieser Themen zurückhaltend, während 10 Prozent grundsätzlich bei allen gesellschaftspolitischen Themen Zurückhaltung üben.

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Die Zurückhaltung ist in vielen Unternehmen formell oder informell verankert. 61 Prozent der Befragten berichten von formalen, informellen oder themenabhängigen Vorgaben zur Zurückhaltung bei gesellschafts- oder politiknahen Themen. 34 Prozent kennen solche Vorgaben nicht.

Wenig Bewegung in den letzten zwei Jahren

Die Haltungskommunikation hat sich in den vergangenen zwei Jahren kaum verändert. 29 Prozent der PR-Profis geben an, ihr Unternehmen kommuniziere heute aktiver und sichtbarer zu gesellschafts- und politiknahen Themen als vor zwei Jahren. 52 Prozent sehen keine Veränderung, 14 Prozent berichten von einer eher zurückhaltenden Kommunikation. Nur 3 Prozent kommunizieren deutlich zurückhaltender.

Gründe für fehlende Positionierung

Die häufigsten Gründe, warum Unternehmen keine Haltung zeigen, sind: Die Positionierung entspricht nicht den Unternehmenswerten oder dem Neutralitätsanspruch (40 Prozent), der Wunsch, keine Angriffsfläche zu bieten (27 Prozent), und eine ablehnende Haltung der Geschäftsführung (23 Prozent). Sorge vor wirtschaftlichen Konsequenzen und negative Grundstimmung in der Öffentlichkeit werden jeweils von 10 Prozent genannt. Angst vor Unruhe im Unternehmen, den falschen Ton zu treffen oder vor Shitstorms und negativer Berichterstattung geben jeweils 9 Prozent an. 29 Prozent kennen die Gründe nicht.

Über die Studie

Der PR-Trendmonitor ist eine regelmäßige Online-Umfrage von news aktuell und P.E.R. Agency unter Kommunikationsprofis aus Unternehmen, Organisationen und PR-Agenturen in Deutschland und der Schweiz. Die Studie erscheint seit über 20 Jahren und gilt als wichtiger Indikator für die PR-Branche.

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