Mexiko hat nach 40 Jahren erstmals wieder ein K.-o.-Spiel bei einer Fußball-Weltmeisterschaft gewonnen. Die Mannschaft von Trainer Javier Aguirre besiegte Ecuador im Achtelfinale des WM-Turniers 2026 mit 2:0 und zog damit ins Viertelfinale ein. Im ausverkauften Aztekenstadion in Mexiko-Stadt feierten 80.824 Zuschauer den historischen Erfolg, auf der Prachtstraße Reforma jubelten rund eine Million Fans.
Tor von Quiñones und Jiménez besiegeln Sieg
Bereits in der 22. Minute brachte Julián Quiñones Mexiko in Führung. Der in Kolumbien geborene Stürmer traf per Kopf nach einer Flanke von der linken Seite. Medienberichten zufolge schlugen in Mexiko-Stadt sogar Seismographen aufgrund des Jubels aus. Raúl Jiménez erhöhte in der 31. Minute auf 2:0, nachdem er einen Abpraller im Strafraum verwertete. Ecuador, das sich durch ein 2:1 gegen Deutschland in der Gruppenphase für die K.-o.-Runde qualifiziert hatte, fand kaum Mittel gegen die aggressive und kontrollierte Spielweise der Mexikaner.
Fluch gebrochen: Erster K.-o.-Sieg seit 1986
Die mexikanische Zeitung „Esto“ schrieb: „Es mussten 40 lange Jahre voller Frust, schmerzhafter Rückschläge und Enttäuschungen vergehen, bis die mexikanische Nationalmannschaft endlich ein K.-o.-Spiel bei einer FIFA-Weltmeisterschaft gewinnen konnte.“ Zuletzt hatte Mexiko am 15. Juni 1986 ein WM-K.-o.-Spiel gewonnen – ebenfalls im Aztekenstadion, als Bulgarien mit 2:0 im Achtelfinale besiegt wurde. Damals endete der Lauf im Viertelfinale gegen Deutschland im Elfmeterschießen.
Javier Aguirre: „Große Siege, aber keinen wie diesen“
Trainer Javier Aguirre zeigte sich nach dem Spiel überglücklich: „Wir hatten schon große Siege, aber keinen wie diesen.“ Er kündigte an, sich nach dem Erfolg ein Glas Whiskey zu gönnen. Der 65-Jährige hat mit Mexiko nun vier WM-Spiele in Folge gewonnen, ohne ein Gegentor zu kassieren. Die Mannschaft präsentierte sich in bestechender Form und ließ Ecuador kaum eine Chance.
Wunder-Teenager Gilberto Mora wirbelt
Besonders auffällig war der 17-jährige Gilberto Mora, der im Mittelfeld für Wirbel sorgte und mehrere Torchancen vorbereitete. Die Mannschaft kontrollierte den Ball und zeigte in der zweiten Halbzeit auch defensive Stabilität. „Diese Erfahrung, die ich seit etwa einem Monat mache, werde ich für den Rest meines Lebens in Erinnerung behalten. Das hätte ich mir nie träumen lassen“, sagte Mittelfeldspieler Erik Lira. „Wir profitieren ziemlich stark von unserem Heimvorteil: Man steht auf dem Platz, schaut nach draußen und sieht bedingungslose Unterstützung. Das liebe ich.“
Nächster Gegner: England oder DR Kongo
Im Viertelfinale trifft Mexiko entweder auf England unter Trainer Thomas Tuchel oder auf die Demokratische Republik Kongo. Die Erwartungen im Land steigen mit jedem Sieg. „Und wenn doch!“, heißt es in Mexiko mit Blick auf den möglichen ersten WM-Titel. Selbst Fußballgrößen wie Zlatan Ibrahimovic und Thierry Henry zeigten sich beeindruckt. Ibrahimovic sagte als Experte: „Sie haben vom ersten Moment an gezeigt, wer der Boss im Ring ist. Mit den beiden Toren war das Spiel durch. Das war Mexikos beste Leistung.“ Henry ergänzte: „Wow. Die ersten 30 Minuten waren einfach nur wow. Das ist genau das, wie du das Publikum mitnehmen willst.“
Gewitter verzögert Anpfiff – Mexiko unbeeindruckt
Der Anpfiff hatte sich aufgrund eines schweren Gewitters um eine Stunde verzögert, doch Mexiko ließ sich nicht aus dem Konzept bringen. Die Mannschaft spielte konzentriert und ließ Ecuador kaum eine Chance. Nach dem Abpfiff genossen die Spieler eine Ehrenrunde und feierten mit den Fans. „Wir sind bereit für alles, was wir uns vornehmen“, sagte Erik Lira.



