Der Fußball-Weltverband FIFA hat zur Weltmeisterschaft 2026 eine Reihe von Regeländerungen beschlossen, die das Spiel beschleunigen und von Verzögerungstaktiken befreien sollen. „Wir wollen das Spiel von all diesen Unarten befreien“, erklärte ein FIFA-Sprecher. Die Neuerungen betreffen unter anderem Einwürfe, Trinkpausen und die Nachspielzeit. Auch der Video-Assistent (VAR) wird modifiziert.
Gelb-Rot für Zeitspiel bei Einwürfen
Eine der auffälligsten Änderungen betrifft die Einwurfregel: Künftig dürfen Spieler nicht mehr als 15 Sekunden mit der Ausführung eines Einwurfs warten. Bei Verstoß wird der Einwurf dem gegnerischen Team zugesprochen. Wiederholt sich das Vergehen, droht eine Gelbe Karte. Bei besonders eklatantem Zeitspiel kann der Schiedsrichter sogar Gelb-Rot zeigen. Dies soll die häufigen Verzögerungen eindämmen, die in der Vergangenheit oft zu Frust bei Fans und Spielern geführt haben.
Trinkpausen werden standardisiert
Bislang waren Trinkpausen nur bei hohen Temperaturen vorgesehen. Künftig werden sie bei jedem Spiel nach 30 Minuten jeder Halbzeit fest eingeplant. Die Pause dauert maximal 90 Sekunden und dient nicht nur der Flüssigkeitszufuhr, sondern auch taktischen Anweisungen der Trainer. Die FIFA erhofft sich davon ein gleichmäßigeres Spieltempo und weniger Unterbrechungen durch individuelle Trinkwünsche.
Nachspielzeit wird präziser berechnet
Die Berechnung der Nachspielzeit wird transparenter. Der Schiedsrichter muss künftig auf einer Tafel anzeigen, wie viele Minuten nachgespielt werden. Die Zeit wird exakt gestoppt, inklusive aller Unterbrechungen wie Verletzungen, Auswechslungen oder Torjubel. Dies soll verhindern, dass Mannschaften durch Zeitspiel in der Schlussphase Vorteile erlangen. Die FIFA betont, dass die tatsächliche Spielzeit dadurch steigen wird.
VAR wird optimiert
Der Video-Assistent wird ebenfalls angepasst. Künftig darf der VAR nur noch bei klaren und offensichtlichen Fehlern eingreifen. Zudem wird die Kommunikation zwischen Schiedsrichter und VAR-Crew verbessert: Der Schiedsrichter erhält eine direkte Audioverbindung, um Entscheidungen schneller zu treffen. Die FIFA hofft, dass dies die oft kritisierten langen Wartezeiten bei VAR-Entscheidungen verkürzt. Auch die Anzahl der Kameraperspektiven wird erhöht, um strittige Szenen besser beurteilen zu können.
Weitere Änderungen im Überblick
- Abseitsregel: Bei knappen Abseitsentscheidungen wird künftig eine Toleranz von 5 cm zugunsten des Angreifers angewandt, um mehr Tore zu ermöglichen.
- Auswechslungen: Pro Team sind weiterhin fünf Auswechslungen erlaubt, jedoch müssen diese nun innerhalb von drei Unterbrechungen pro Halbzeit erfolgen, um Zeitverlust zu minimieren.
- Torwartregel: Der Torwart darf den Ball maximal acht Sekunden halten, sonst gibt es einen indirekten Freistoß für den Gegner.
Die neuen Regeln werden ab dem ersten Spiel der WM 2026 angewendet. Die FIFA erwartet, dass sie zu einem schnelleren und attraktiveren Fußball führen. Kritiker befürchten hingegen, dass die strengen Zeitvorgaben zu mehr Hektik und unnötigen Strafen führen könnten. Die Praxis wird zeigen, wie sich die Änderungen bewähren.



