Unmittelbar nach dem Schlusspfiff des WM-Finales in East Rutherford kam es zu hässlichen Szenen: Argentiniens Leandro Paredes, der in der zweiten Halbzeit eingewechselt worden war und bereits mit einer Gelben Karte vorbelastet war, ließ sich zu einer Tätlichkeit gegen Spaniens Gavi hinreißen. Paredes griff Gavi am Leibchen, traf ihn mit der Hand im Gesicht und schubste ihn zu Boden. Der slowenische Schiedsrichter Slavko Vincic zögerte nicht und zeigte Paredes die Rote Karte – eine Aktion, die das bittere Ende einer enttäuschenden WM für Argentinien noch überschattete.
Experten verurteilen Paredes' Ausraster
Ex-Nationalspielerin Tabea Kemme, die als Expertin bei MagentaTV das Spiel analysierte, kommentierte: „Bei Paredes ist etwas durchgeknallt.“ Thomas Müller ergänzte, er selbst habe sich in ähnlichen Situationen immer mehr aufs Debattieren konzentriert, „da meine Stärken nie im Nahkampf lagen“. Die Szene sorgte international für Schlagzeilen und wirft Fragen nach der Disziplin des argentinischen Teams auf.
Präsident Milei ruft Feiertag aus – trotz Niederlage
Trotz der 0:1-Niederlage gegen Spanien rief Argentiniens Präsident Javier Milei einen nationalen Feiertag aus. Auf der Plattform X schrieb er: „WELTMEISTERSCHAFTSFEIER. Angesichts der Unruhe bezüglich der Feierlichkeiten zum Erfolg der argentinischen Nationalmannschaft teile ich der Bevölkerung mit, dass der Tag, an dem gefeiert werden soll – je nachdem, wie sich die Spieler und der Trainerstab entscheiden – zum nationalen Feiertag erklärt wird.“ Wann genau der Feiertag stattfinden wird, ließ Milei offen. Die Argentinier hatten nach dem WM-Triumph von Katar 2022 die Titelverteidigung verpasst und zeigten im Finale eine äußerst schwache Leistung.
Scaloni bricht Pressekonferenz unter Tränen ab
Argentiniens Trainer Lionel Scaloni war nach der Finalniederlage untröstlich. In der Pressekonferenz brach er unter Tränen ab und sagte: „Es ist sehr schmerzhaft, es tut mir sehr leid.“ Zuvor hatte der 48-Jährige bereits einen Einblick in sein emotionales Innenleben gegeben: „Ich habe mir schon in der Kabine die Augen ausgeweint, deswegen weine ich jetzt nicht.“ Wenig später musste er dennoch weinen und erhielt aufmunternden Applaus von argentinischen Journalisten. Scaloni schwärmte dennoch von seiner Mannschaft und hofft, dass zukünftige Generationen davon beeinflusst werden. Auf die Frage nach einem möglichen Rücktritt von Lionel Messi aus dem Nationalteam antwortete er, dass er noch nicht mit dem Kapitän gesprochen habe. Auch zu seiner eigenen Zukunft hielt er sich bedeckt, obwohl es Berichte über eine Vertragsverlängerung bis 2030 gibt.
Rekordquote im ZDF: 17,36 Millionen sehen Finale
Das WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien verzeichnete im ZDF einen Rekordwert. Die Live-Übertragung des spanischen Sieges in der Verlängerung sahen durchschnittlich 17,362 Millionen Menschen, was einem Marktanteil von 65,1 Prozent entspricht. Das war das mit Abstand meistgesehene WM-Spiel ohne deutsche Beteiligung. Nicht eingerechnet sind Zuschauer, die das Spiel im Internet oder in der ZDF-Mediathek verfolgten. Das Spiel lief zudem bei MagentaTV, das keine Zahlen veröffentlichte. Zum Vergleich: Das erfolgreichste WM-Spiel 2026 war die erste Partie des DFB-Teams gegen Curaçao mit 23,427 Millionen Zuschauern. Die Übertragung aus East Rutherford lag deutlich über dem Finale von 2022, das durchschnittlich 13,86 Millionen Menschen in der ARD sahen (Marktanteil 53,6 Prozent). Frühere WM-Endspiele hatten allerdings noch höhere Zuschauerzahlen: Das Finale 2018 zwischen Frankreich und Kroatien sahen 21,45 Millionen Menschen im ZDF.
Krawalle in Buenos Aires nach der Niederlage
Nach Argentiniens WM-Finalniederlage gegen Spanien kam es in Buenos Aires zu Zusammenstößen zwischen Fußballfans und der Polizei. Tausende Menschen versammelten sich rund um den Obelisken, das Wahrzeichen der Metropole. Kurz vor Mitternacht (Ortszeit) warfen mehrere Menschen Flaschen und Steine auf Einsatzkräfte. Die Polizei setzte Wasserwerfer, Tränengas und Gummigeschosse ein. Dabei wurden Fans sowie Polizisten verletzt. Etwa 15 Menschen wurden festgenommen, wie übereinstimmende Medienberichte meldeten.
Spanien feiert Weltmeister-Triumph in Madrid
Nach dem WM-Triumph gegen Argentinien wird die spanische Nationalmannschaft am frühen Nachmittag zu einer Riesenparty mit Hunderttausenden Fans in Madrid erwartet. Die Maschine mit den neuen Weltmeistern soll gegen 12:50 Uhr auf dem Flughafen Barajas landen. Um 16:30 Uhr empfängt König Felipe VI., der bereits beim Finale im MetLife Stadium dabei war, die Mannschaft um Kapitän Rodri. Anschließend geht es zum Regierungssitz, wo Ministerpräsident Pedro Sánchez die Weltmeister beglückwünschen will. Auf X schrieb er: „WIR SIND WELTMEISTER!! Unsere Nationalmannschaft ist einfach großartig! Danke, Team.“ Im offenen Bus fahren die Spieler dann durch Madrid, wo Hunderttausende an den Straßen und vor allem auf dem Cibeles-Platz erwartet werden. Ab 18:00 Uhr gibt es dort Musik und eine große Show, bis der Bus mit „La furia roja“ gegen 21:00 Uhr eintrifft und gemeinsam mit den Fans den zweiten WM-Titel feiert.
Auszeichnungen: Rodri erhält Goldenen Ball
Spaniens Kapitän Rodri wurde als Spieler des Turniers ausgezeichnet und erhielt den Goldenen Ball. Den Silbernen Ball bekam Argentiniens Lionel Messi, der Bronzene Ball ging an den Franzosen Kylian Mbappé. Zum besten Torhüter der XXL-WM wurde der Spanier Unai Simón gekürt. Die Auszeichnung als bester junger Spieler erhielt der 19-jährige Pau Cubarsí vom FC Barcelona. Der Goldene Schuh für den besten Torschützen ging an Mbappé, der sich mit seinen beiden Treffern im Spiel um Platz drei gegen England (4:6) noch an Messi vorbeischob und insgesamt zehn Tore erzielte. Messi kam mit acht Treffern auf den zweiten Platz.
Pfeifkonzert für Trump und Infantino
US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino wurden vor der Siegerehrung von großen Teilen des Publikums ausgepfiffen. Als beide den Rasen des Finalstadions betraten, gab es ein Pfeifkonzert. Wenig später überreichten sie gemeinsam den goldenen WM-Pokal an Spaniens Kapitän Rodri. Trump unterhielt sich danach mit einigen spanischen Spielern und posierte am rechten Rand des Siegerfotos. Gemeinsam mit Infantino verteilte Trump auch die Medaillen an das spanische und argentinische Team.
Telekom sichert sich Medienrechte an WM 2030
Die Deutsche Telekom hat sich die Medienrechte an der Fußball-Weltmeisterschaft 2030 gesichert. Alle 104 Partien des Turniers werden auf MagentaTV zu sehen sein. Das Turnier zum 100-jährigen Bestehen des Wettbewerbs findet vom 8. Juni bis zum 21. Juli 2030 in sechs Ländern auf drei Kontinenten statt: Spanien, Portugal, Marokko, Uruguay, Paraguay und Argentinien. Im vergangenen Jahr hatte die Telekom bereits die Übertragungsrechte für die Europameisterschaft 2028 erworben.
Rekord-Preisgeld für den Weltmeister
Der Fußball-Weltmeister 2026 darf sich über ein Rekord-Preisgeld von 50 Millionen US-Dollar (43,71 Millionen Euro) freuen. Der Verlierer erhält 33 Millionen US-Dollar. Für den dritten Platz bekam England 29 Millionen US-Dollar, Frankreich als Vierter 27 Millionen Dollar. Bei der WM 2022 in Katar hatte Argentinien als Weltmeister 42 Millionen US-Dollar kassiert. Insgesamt schüttet die FIFA 871 Millionen US-Dollar direkt an die 48 teilnehmenden Verbände aus. Jedes Team erhielt 2,5 Millionen US-Dollar für die Vorbereitungskosten, dazu kommen zehn Millionen US-Dollar als Minimalbetrag beim Ausscheiden in der Vorrunde. Der DFB erhielt für das Ausscheiden im Sechzehntelfinale elf Millionen US-Dollar – deutlich weniger als für den WM-Sieg 2014 (35 Millionen Dollar).
Fifa rechnet mit Rekordeinnahmen von 15 Milliarden Dollar
Die Fußball-Weltmeisterschaft wirft offenbar deutlich mehr Gewinn ab als ursprünglich geplant. Laut „The Guardian“ geht die FIFA nun von Rekordeinnahmen von 15 Milliarden Dollar (rund 13,1 Milliarden Euro) aus, ursprünglich waren 11 Milliarden Dollar erwartet worden. FIFA-Präsident Gianni Infantino informierte die Mitgliedsverbände am Samstag über das Ergebnis. Als Grund für den Anstieg nannte der „Guardian“ vor allem hohe Einnahmen aus Hospitality und Ticketverkauf. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2022, als die WM in Katar stattfand, hatte die FIFA 5,769 Milliarden US-Dollar eingenommen. Auf dem offiziellen Zweitmarkt reguliert die FIFA die Preise nicht und profitiert bei Verkäufen doppelt: Sie kassiert pro Ticket eine Gebühr von 15 Prozent vom Verkäufer und vom Käufer.



