132 Drogentote in Niedersachsen: Mischkonsum besonders gefährlich
132 Drogentote in Niedersachsen: Mischkonsum gefährlich

Die Zahl der Drogentoten in Niedersachsen ist im vergangenen Jahr leicht gesunken, bleibt aber auf hohem Niveau. 132 Menschen starben 2025 an den Folgen ihres Drogenkonsums, wie das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen zum Gedenktag für Drogentote am 21. Juli mitteilte. Im Jahr zuvor waren es 133 Opfer, 2023 sogar 153. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg im Vergleich zu 2021, als nur 86 Todesfälle registriert wurden. Das LKA betont, dass es für diesen signifikanten Anstieg keine eindeutige Erklärung gebe, auch nicht nach Rücksprache mit den Polizeibehörden.

Mischkonsum als Hauptrisikofaktor

Bei den meisten drogenbedingten Todesfällen in Niedersachsen lag eine sogenannte polyvalente Vergiftung vor, das heißt, die Betroffenen hatten mehrere Substanzen gleichzeitig konsumiert. Der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Hendrik Streeck, warnte: „Mischkonsum ist hochgefährlich. Vielen jungen Menschen ist dieses Risiko nicht bewusst. Sie konsumieren aus psychischer Belastung, aus Neugier oder Übermut und mischen Substanzen.“ Bundesweit starben im vergangenen Jahr 2.150 Menschen an den Folgen von Drogenkonsum.

Kokain und synthetische Drogen auf dem Vormarsch

Laut LKA sind zunehmend Kokain, Crack und synthetische Drogen wie Ecstasy oder neue psychoaktive Substanzen gefragt. Die Behörde riet zu besonderer Vorsicht, da häufig keine Informationen zu Herkunft, Reinheits- oder Wirkstoffgehalt und möglichen Streckmitteln vorlägen. Bundesweit habe sich die Zahl der Todesfälle nach Kokain- oder Crackkonsum seit 2021 auf 769 mehr als verdoppelt, so Streeck. Das LKA geht trotz zahlreicher Ermittlungserfolge von einer hohen Drogenverfügbarkeit in Niedersachsen aus. Erst im Februar wurden in Wilhelmshaven mehr als acht Tonnen Kokain mit einem geschätzten Straßenverkaufswert von rund 500 Millionen Euro sichergestellt.

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Niedersachsen als Transitland

Niedersachsen wird von der Behörde als Transitland betrachtet. Die Drogen gelangen über verschiedenste Routen ins Bundesland – wichtig seien die Nordseeküste, See- und Binnenhäfen, Autobahnen, das Schienennetz, der Flugverkehr sowie Post- oder Paketversand. Streeck warnte: „Drogen, gefälschte Medikamente und hochriskante Mischungen sind heute oft nur wenige Klicks entfernt. Der Dealer an der Straßenecke ist längst nicht mehr das einzige Problem.“ Die Polizei bleibt daher bei der Bekämpfung des Drogenschmuggels und -handels gefordert, auch wenn die Zahl der Drogentoten zuletzt leicht rückläufig war.

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