Sexuelle Gewalt gegen Kinder: 17.126 Fälle bundesweit, NRW trauriger Spitzenreiter
Sexuelle Gewalt gegen Kinder: NRW mit meisten Fällen

Die Zahl der registrierten Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Wie aus dem aktuellen Bundeslagebild „Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen“ des Bundeskriminalamts (BKA) hervorgeht, wurden im Jahr 2025 bundesweit 17.126 Fälle erfasst – das sind rund 1.600 mehr als im Jahr 2021 und 772 mehr als im Vorjahr 2024. Damit setzt sich der seit Jahren anhaltende Aufwärtstrend fort.

NRW trauriger Spitzenreiter bei Fallzahlen

Besonders betroffen ist Nordrhein-Westfalen. Im bevölkerungsreichsten Bundesland wurden 2025 insgesamt 4.544 Missbrauchstaten zum Nachteil von Kindern registriert, darunter 755 Fälle schweren Missbrauchs. Hinzu kamen 347 Missbrauchsfälle zum Nachteil von Jugendlichen (bundesweit 1.239). Sowohl bei Kindern als auch bei Jugendlichen weist NRW die mit Abstand höchsten Fallzahlen aller Länder auf. Bereits 2024 hatte NRW mit 4.426 Fällen bei Kindern und 387 bei Jugendlichen an der Spitze gelegen.

Opfer und Täter: Mädchen besonders betroffen

Bundesweit wurden 18.736 Opfer im Zusammenhang mit sexuellem Kindesmissbrauch erfasst – ein Anstieg um 3,6 Prozent. Ein Kind kann dabei mehrfach in der Statistik auftauchen, wenn es wiederholt Opfer wurde. Die Mehrheit der Opfer ist weiblich: 13.870 Mädchen standen 4.866 Jungen gegenüber. Die Zahl der Tatverdächtigen stieg ebenfalls von 12.368 auf 12.823. Laut BKA handelt es sich dabei überwiegend um männliche, allein handelnde Tatverdächtige.

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Vorbeziehung zwischen Opfer und Täter

Die Ermittlungen zeigen erneut, dass in mehr als der Hälfte der Fälle zwischen Opfern und Tatverdächtigen eine Vorbeziehung bestand. Das Bundeslagebild basiert auf der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) und beleuchtet neben sexuellem Missbrauch auch die Bereiche Missbrauchsdarstellungen (sogenannte Kinderpornografie) und sexuelle Ausbeutung. Bei den bundesweit mehr als 53.000 registrierten Fällen von Kinder- und Jugendpornografie entfiel etwa jeder vierte auf NRW.

Hellfeld und Dunkelfeld

Die Statistik erfasst nur das sogenannte Hellfeld – also Straftaten, die der Polizei bekannt geworden sind und von ihr bearbeitet wurden, einschließlich Versuchstaten. Die Zahlen sind daher auch vom Anzeigeverhalten der Bevölkerung abhängig. Das BKA betont: „Neben dem in diesem Lagebild dargestellten polizeilichen Hellfeld ist von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen.“ Die tatsächliche Zahl der Fälle dürfte demnach deutlich höher liegen.

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