Südafrika schreibt Fußball-Geschichte
Südafrika hat bei seiner vierten WM-Teilnahme erstmals die K.o.-Phase erreicht. Das Team von Trainer Hugo Broos gewann das letzte Vorrundenspiel gegen Südkorea mit 1:0 (0:0) und schloss die Gruppe A als Zweiter ab. Thapelo Maseko erzielte in der 63. Minute den entscheidenden Treffer und löste grenzenlosen Jubel bei Bafana Bafana aus. Im Sechzehntelfinale trifft Südafrika am Sonntag in Inglewood bei Los Angeles auf Co-Gastgeber Kanada, das nach dem 1:2 gegen die Schweiz als Zweiter der Gruppe B weiterkam. Südkorea beendete die Vorrunde mit drei Punkten auf Rang drei und muss nun um den Einzug in die K.o.-Phase zittern.
Mexiko mit perfekter Vorrunde
Mit einer perfekten Vorrunden-Bilanz hat Mitgastgeber Mexiko die WM-Euphorie im Land weiter befeuert. „El Tri“ gewann 3:0 (0:0) gegen Tschechien. WM-Debütant Mateo Chavez traf in der 55. Minute, nur sechs Minuten später erhöhte Julián Quiñones. Die Tschechen beendeten die Gruppe A mit nur einem Punkt auf dem letzten Platz. Trainer Javier Aguirre ließ erstmals Wunder-Teenager Gilberto Mora mit 17 Jahren von Beginn an spielen. Auch Keeper Guillermo Ochoa kam bei seiner sechsten WM-Teilnahme mit bald 41 Jahren zu einem Ehreneinsatz – er wurde in der 78. Minute für Raúl Rangél eingewechselt.
Haiti erzielt erstes eigenes Tor seit 1974
Wilson Isidor erzielte gegen Marokko das zwischenzeitliche 2:1 für Haiti – ein Traumtor aus 26 Metern mit einer Geschwindigkeit von 126 km/h. Es war der erste selbst erzielte Treffer Haitis bei dieser WM, nachdem das erste Tor ein Eigentor war. „Wir haben die Menschen in Haiti stolz gemacht. Wir können jetzt darauf aufbauen und kommen in vier Jahren stärker wieder“, sagte Isidor. 1974 war Emmanuel Sanon mit zwei Toren zum Nationalhelden geworden. Isidors Großvater hatte ihm prophezeit, dass er der nächste Torschütze werde: „Ich denke, er ist nun sehr stolz auf mich.“
Marokko nach Beinahe-Blamage dennoch selbstbewusst
Marokko besiegte Haiti mit Mühe 4:2 (2:2) und zog als Zweiter der Gruppe C ins Sechzehntelfinale ein. Der Afrikameister machte zweimal einen Rückstand wett. Marokkos Torwart Bono brachte Haiti per Eigentor in Führung (10.). Nach dem Ausgleich durch Achraf Hakimi (39.) traf Wilson Isidor (43.) zur erneuten Führung. Ismael Saibari (45.+1) glich aus, Soufiane Rahimi (78.) und Gessime Yassine (89.) sicherten den Sieg. 68.239 Fans in Atlanta erlebten ein dramatisches Spiel.
Brasilien tanzt zum Gruppensieg
Brasilien gewann sein letztes Vorrundenspiel gegen Schottland mit 3:0 (2:0) und sicherte sich den Gruppensieg. Vor 64.478 Zuschauern in Miami erzielte Vinícius Júnior seine Turniertore drei und vier (7., 45.+3). Matheus Cunha (60.) traf zum Endstand. In der Schlussphase gab Neymar sein WM-Debüt. Schottland muss auf die Ergebnisse der anderen Gruppen hoffen, um als einer der besten Gruppendritten weiterzukommen.
Schweiz entreißt Kanada Gruppensieg
Die Schweiz besiegte Co-Gastgeber Kanada mit 2:1 (0:0) und sicherte sich den Gruppensieg in Gruppe B. Ruben Vargas (46.) und Johan Manzambi (57.) trafen für die Schweiz, Promise David (76.) erzielte den Anschluss. Kanada erreicht als Zweiter das Sechzehntelfinale. Die Schweiz bleibt in Vancouver und spielt am 2. Juli gegen einen Gruppendritten. Kanada trifft am Sonntag in Inglewood auf den Zweiten der Gruppe A.
Bosnien-Herzegowina erstmals in der K.o.-Phase
Bosnien-Herzegowina besiegte Katar mit 3:1 (2:1) und zog erstmals in die K.o.-Phase einer WM ein. Kerim Alajbegovic (29.), Sultan Al-Brake per Eigentor (34.) und Ermin Mahmic (80.) trafen. Trainer Sergej Barbarez sagte: „Wir sind als komplette Underdogs gekommen. Wir wollten etwas Großartiges schaffen und das haben wir geschafft.“ Katar schied aus.
Weitere Ergebnisse und Ereignisse
Kroatien besiegte Panama 1:0 (0:0) durch ein Tor von Ante Budimir (54.) und wahrt die Chance auf die K.o.-Runde. Kolumbien besiegte die Demokratische Republik Kongo 1:0 (0:0) durch ein Tor von Daniel Muñoz (76.) und zog vorzeitig ins Sechzehntelfinale ein. England kam gegen Ghana nicht über ein 0:0 hinaus. Frankreichs Trainer Didier Deschamps reiste nach dem Tod seiner Mutter ab. Die FIFA plant eine Änderung der Münzwurfregel vor Elfmeterschießen. Thomas Partey wurde von englischen Fans ausgebuht, nachdem Djed Spence ihm offenbar den Handschlag verweigerte.



