Die deutsche Nationalmannschaft steht im Sechzehntelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Paraguay unter Druck. Nach der überraschenden 1:2-Niederlage im letzten Gruppenspiel gegen Ecuador ist die Stimmung im Team und Umfeld angespannt. Bundestrainer Julian Nagelsmann sieht sich zunehmender Kritik ausgesetzt, während die Mannschaft ihre Favoritenrolle gegen die Südamerikaner unter Beweis stellen muss. Das Spiel beginnt um 22.30 Uhr in Boston.
Ausgangslage: Gruppensieg trotz Ecuador-Schock
Deutschland hatte sich bereits nach zwei Spielen als Gruppensieger qualifiziert und zehn Tore in der Vorrunde erzielt – kein anderes Team erzielte mehr. Dennoch hat die Niederlage gegen Ecuador die Zuversicht erschüttert, die nach dem 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste geherrscht hatte. „Die Angst, wie 2022 und 2018 frühzeitig auszuscheiden, ist spürbar“, kommentiert der Tagesspiegel. Der „Kicker“ betonte, ein Aus in dieser Runde sei genauso enttäuschend wie das Vorrunden-Aus bei den letzten beiden WM-Turnieren, da damals ebenfalls 32 Teams teilnahmen.
Personaldebatte: Kimmich zurück ins Mittelfeld?
Eine zentrale Frage vor dem Spiel ist die Aufstellung von Joshua Kimmich. Der Kapitän spielt derzeit auf der rechten Abwehrseite, was seine Stärken nicht voll zur Geltung bringt. Im defensiven Mittelfeld konnte Aleksandar Pavlovic bisher nicht überzeugen. „Die Debatte um Joshua Kimmich ist zurück“, analysiert Kollegin Charlotte Bruch. Nagelsmann kündigte an, sich noch einmal Gedanken zu machen. Die Diskussion um die Sechserposition wird durch Pavlovics schwache Leistungen neu entfacht.
Gegner Paraguay: Zweikampfstark, aber ohne Star-Power
Paraguay wird als unangenehmer Gegner eingeschätzt, insbesondere aufgrund seiner Zweikampfhärte. Im Vergleich zu Ecuador fehlt den Südamerikanern jedoch die individuelle Klasse. Defensiv stehen sie solide, offensiv zeigen sie sich weniger beeindruckend. „Paraguay will das Unmögliche möglich machen“, schreibt der Tagesspiegel. Das Team hat bereits Comeback-Qualitäten bewiesen und große Nationen besiegt.
Druck auf Nagelsmann und die Mannschaft
Bundestrainer Nagelsmann spürt den Gegenwind. Nach dem Ecuador-Spiel herrschte „Weltuntergangsstimmung“ in Deutschland. Kritikpunkte: Manuel Neuer habe an Aura verloren, die Abwehr sei international nicht konkurrenzfähig, und Jamal Musiala sowie Florian Wirtz würden abtauchen, wenn es weh tue. Gleichzeitig wird über Deniz Undav diskutiert, der in die Startelf gehören soll. Nagelsmann muss nun die richtige Antwort auf dem Platz finden.
Fakten: Deutsche Offensive stark, Defensive wackelig
Die deutsche Mannschaft hat in der Vorrunde mit zehn Toren die beste Offensive gestellt. Die Startelf funktioniert grundsätzlich, und Nagelsmann hat Optionen auf der Bank. Dennoch bleibt die Abwehr anfällig. Gegen Ecuador kassierte das Team zwei Gegentore. Paraguay wird versuchen, diese Schwäche auszunutzen. Historisch gesehen hat Deutschland gegen Paraguay eine positive Bilanz, doch die aktuelle Formkurve gibt Anlass zur Sorge.



