Frankreich hat als erstes Team das Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 erreicht. Der große Titelfavorit setzte sich im Viertelfinale hochverdient mit 2:0 (0:0) gegen Marokko durch und trifft nun auf den Sieger des Duells zwischen Spanien und Belgien. Vor 63.811 Zuschauern in Foxborough bei Boston zeigte die Équipe Tricolore eine dominante Leistung, tat sich aber lange gegen den starken marokkanischen Torhüter Bono schwer.
Mbappé scheitert vom Punkt – Bono erneut Elfer-Killer
Bereits in der 28. Minute hatte sich eine Schlüsselszene ereignet: Nach einem klaren Foul von Noussair Mazraoui an Frankreichs Kapitän gab es Elfmeter. Kylian Mbappé trat an, doch Marokkos Keeper Bono parierte – es war der vierte gehaltene Elfmeter bei Weltmeisterschaften für den 35-Jährigen. Von neun WM-Elfmeterschützen konnten nur zwei gegen Bono treffen. Mbappé blickte fassungslos zum argentinischen Schiedsrichter Facundo Tello, nachdem zuvor ein Zweikampf zwischen Achraf Hakimi und Désiré Doué minutenlang überprüft worden war. Die Diskussion über die Schiedsrichterleistungen bei diesem Turnier dürfte damit weitergehen.
Die Franzosen waren von Beginn an das klar bessere Team, verzweifelten aber immer wieder an Bono. Schon in der Anfangsphase hatte der Schlussmann gegen Mbappé und Bayerns Dayot Upamecano (Kopfball) glänzend reagiert. In der 33. Minute zog Ousmane Dembélé mit einem Schlenzer knapp am Tor vorbei, Doué scheiterte aus guter Position (35.), und Lucas Digne hämmerte den Ball an die Latte (45.+2). Marokko blieb offensiv erstaunlich blass – die Nordafrikaner mussten auf den angeschlagenen Ismael Saibari (ab Sommer bei Bayern München) verzichten und fanden kaum statt.
Traumtor von Mbappé bricht den Bann
Kurz nach der Pause ließ Marokko eine vielversprechende Konterchance liegen, dann übernahm Frankreich wieder das Kommando. Mbappé tauchte nach einem Antritt von Michael Olise frei vor Bono auf, jagte den Ball aber deutlich über das Tor – zudem stand er im Abseits (56.). In der 60. Minute war es dann aber so weit: Mbappé erlöste sich und die Franzosen mit einem Traumtor. Von der Strafraumgrenze schlenzte der Real-Madrid-Star den Ball unhaltbar ins rechte Eck. Es war sein 20. WM-Treffer, nur einer weniger als Rekordhalter Lionel Messi.
Der Bann war gebrochen, und nur sechs Minuten später fiel die Entscheidung: Dembélé, Ex-Dortmunder, traf mit einem Flachschuss zum 2:0 (66.). Frankreich feierte den sechsten Sieg im sechsten Spiel bei diesem Turnier. Nach seiner Auswechslung musste Mbappé seinen Knöchel kühlen, nachdem er in der zweiten Halbzeit übel gefoult worden war. Marokko, das 2022 als erstes afrikanisches Team ein WM-Halbfinale erreicht hatte, wirkte über weite Strecken überfordert und konnte die französische Dominanz nicht brechen.
Halbfinal-Einzug für Frankreich – Marokko enttäuscht
„Es war ein hartes Stück Arbeit, aber wir haben verdient gewonnen“, sagte ein sichtlich erleichterter Mbappé nach dem Spiel. „Bono hat überragend gehalten, aber am Ende hat sich unsere Geduld ausgezahlt.“ Frankreich steht damit zum dritten Mal in Folge im WM-Halbfinale – eine beeindruckende Serie, die den Status des Teams als Titelfavorit unterstreicht. Der Gegner wird am Freitag im Duell Spanien gegen Belgien ermittelt. Für Marokko hingegen endet das Turnier enttäuschend: Nach dem historischen Halbfinaleinzug 2022 blieb die Mannschaft diesmal weit unter ihren Möglichkeiten.



