Goldman Sachs verbietet Mitarbeitern Finanzwetten auf Kalshi und Polymarket
Goldman Sachs verbietet Mitarbeitern Finanzwetten auf Kalshi

Die Investmentbank Goldman Sachs hat ihren Mitarbeitern den Handel auf sogenannten Prognosemärkten wie Polymarket oder Kalshi untersagt – mit Ausnahme von Wetten auf Sport- und Unterhaltungsereignisse. Damit geht die Wall-Street-Bank einen der bislang deutlichsten Schritte, um auf die neuen regulatorischen Herausforderungen zu reagieren, die der Boom bei Wetten auf reale Ereignisse mit sich bringt.

Hintergrund der neuen Richtlinie

Die New Yorker Bank hat ihre Richtlinien für private Wertpapiergeschäfte kürzlich überarbeitet und den Handel mit sogenannten Event-Kontrakten verboten, die sich auf bestimmte Unternehmen – darunter auch Goldman Sachs selbst –, Wahlausgänge oder die Entwicklung von Finanzmärkten beziehen. Das geht aus einem Dokument hervor, das der Nachrichtenagentur Bloomberg vorliegt.

Goldman weist darin darauf hin, dass wiederholte Verstöße gegen die Richtlinie zur Kündigung oder zur Schließung des betreffenden Mitarbeiterkontos führen können. Bei unzulässigen Geschäften kann die Bank zudem verlangen, dass Gewinne von mehr als 200 US-Dollar abgeführt oder für wohltätige Zwecke gespendet werden.

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Reaktionen und Vergleich mit Wettbewerbern

Ein Sprecher von Goldman Sachs lehnte eine Stellungnahme zu der Richtlinie gegenüber Bloomberg ab. Prognosemarkt-Plattformen wie Kalshi und Polymarket haben im vergangenen Jahr stark an Popularität gewonnen. Sie bieten Finanzkontrakte an, die klassischen Wettprodukten ähneln.

Während Sportereignisse bislang den größten Teil des Handels ausmachen, ermöglichen die Plattformen inzwischen auch Wetten auf Wahlausgänge, Unternehmensgewinne und zahlreiche weitere Ereignisse. Dadurch entstehen neue Risiken im Zusammenhang mit Insiderhandel – insbesondere für Beschäftigte der Finanzbranche, die häufig Zugang zu nicht öffentlichen Informationen haben.

Balanceakt für Banken

Für Banken ist die Ausgestaltung solcher Compliance-Regeln ein Balanceakt. Einerseits wollen sie Interessenkonflikte und regulatorische Risiken vermeiden, andererseits möchten sie Unternehmen aus dem Bereich der Prognosemärkte nicht vor den Kopf stoßen. Diese könnten sich künftig zu etablierten Handelsplätzen entwickeln und zugleich attraktive Kunden für Kapitalbeschaffung oder Börsengänge werden.

Goldmans Vorgehen wirkt strenger als das des Konkurrenten JPMorgan Chase & Co. Dieser hatte seine Mitarbeiter Anfang des Jahres laut einem Bericht von der Plattform „Barrons“ lediglich aufgefordert, „sorgfältig nachzudenken“, bevor sie sich an Prognosemärkten mit Bezug zum Finanzsektor beteiligen.

Weitere Entwicklungen

Mehr: US-Soldat nach Polymarket-Wette auf Maduros Sturz festgenommen. Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien.

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