WM-Fußball: Passive Defensive führt zu Torrekorden
WM-Fußball: Passive Defensive führt zu Torrekorden

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko ist geprägt von einer auffälligen Taktikverschiebung: Immer weniger Mannschaften setzen auf aggressive Manndeckung, stattdessen verteidigen sie passiver. Diese Entwicklung führt zu einer erstaunlich hohen Anzahl an Toren, wie eine Analyse der bisherigen Spiele zeigt.

Unterschied zwischen Club- und WM-Fußball

Der WM-Fußball unterscheidet sich grundlegend vom Clubfußball. Während in den europäischen Topligen oft intensive Pressing-Systeme dominieren, agieren viele Nationalmannschaften bei der WM defensiver. „Die Teams warten eher ab und versuchen, Räume zu schließen, anstatt den Ball aggressiv zu erobern“, erklärt Danial Montazeri, der aus New York berichtet. Diese passive Grundhaltung führt zu weniger Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte und mehr Torchancen für die Angreifer.

Statistiken belegen den Trend

Bislang fielen in der Gruppenphase durchschnittlich 3,2 Tore pro Spiel – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den vorherigen Weltmeisterschaften. Zum Vergleich: Bei der WM 2022 in Katar lag der Schnitt bei 2,7 Toren pro Partie. Experten führen dies auf die veränderte Defensivtaktik zurück. „Die Vermeidung von Risiken steht im Vordergrund, nicht die Balleroberung“, so Montazeri. Ein Beispiel: Englands Jude Bellingham hatte im Spiel gegen Ghana mehr Ballkontakte in der eigenen Hälfte als im gegnerischen Strafraum.

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Auswirkungen auf die Spiele

Die passive Defensive führt zu spektakulären Spielen mit vielen Toren, aber auch zu Frustration bei Trainern, die auf Pressing setzen. „Es ist ein anderes Spiel als in der Champions League“, sagte ein anonym bleibender Nationaltrainer. Die Teams konzentrieren sich darauf, die Mitte zu verdichten und Konter zu verhindern, was oft zu Flanken und Fernschüssen führt. Diese Taktik kommt offensiven Spielern wie Kylian Mbappé oder Erling Haaland entgegen, die von den Räumen profitieren.

Zukunft der Defensivtaktik

Ob sich dieser Trend fortsetzt, bleibt abzuwarten. Einige Mannschaften wie Brasilien und Frankreich zeigen, dass aktives Pressing weiterhin erfolgreich sein kann. Doch die Mehrheit der Teams scheint auf Sicherheit zu setzen. „Die WM ist ein Turnier, bei dem Fehler bestraft werden. Viele Nationen wählen daher eine konservative Defensivstrategie“, so Montazeri. Die Fans dürfen sich jedenfalls auf weitere torreiche Spiele freuen.

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