MagentaTV-Kommentator Christian Straßburger (37) hat Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) nach dem peinlichen WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay (4:5 n.E.) scharf kritisiert. Im BILD-Podcast „Stammplatz“ ließ er kein gutes Haar an Nagelsmanns Auftreten während der Weltmeisterschaft. „Ich weiß nicht, wann er aufgehört hat, am Bundestrainer-Job Spaß zu haben. Ich habe mir irgendwann die Frage gestellt, wo strahlt er denn Freude aus? Wo auch immer er das verloren hat, er muss zurückgehen an diesen Ort und sich besinnen. Weil so funktioniert das im Fußball auf gar keinen Fall. Es war nur noch destruktiv, es war nur noch genervt. Der hat unsere Kollegen bei ganz normalen Fragen dermaßen auflaufen lassen und für blöd verkauft. Das fand ich schon respektlos und unverschämt“, so Straßburger.
Nagelsmanns Auftritt nach dem WM-Aus
Besonders kritisch sah der Kommentator auch Nagelsmanns Reaktion nach dem Ausscheiden gegen Paraguay. „Wenn es dann nach dem Aus um deine Zukunft geht, dann sagst du, das spielt jetzt keine Rolle, wir sind jetzt alle enttäuscht, wir müssen uns jetzt erstmal alle zusammensetzen. Als er dann sagte, ich bin bereit, auch die Nations League und die EM vorzubereiten, habe ich gedacht, das war's.“ Dabei hatte Straßburger Nagelsmann nach der Heim-EM noch gelobt: „Er hatte das Land in seiner Hand. Wir sind bei der EM zu Hause im Viertelfinale ausgeschieden. Als Deutschland. Das ist eigentlich maßlos enttäuschend. Alles sprach nur über das Handspiel. Er hat danach sogar eine emotionale Pressekonferenz gegeben. Es hat Tränen gegeben. Er hatte mich als Fußball-Fan.“
Nicht nur Nagelsmann ist schuld
Straßburger macht jedoch nicht allein Nagelsmann für das WM-Desaster verantwortlich. „Nagelsmann ist auch nicht das einzige Problem“, betont er. „Dass der Verband ihn alleine so hat walten lassen, ist auch ein Problem. Wo sind denn die Leute, die jetzt Verantwortung übernehmen? Wo sind die Leute, die sagen, auch wir haben Schuld daran, dass wir im Sechzehntelfinale ausgeschieden sind und bei den anderen Turnieren versagt haben? Da muss was passieren.“
Hoffnungen auf Jürgen Klopp
Zum designierten Bundestrainer Jürgen Klopp äußert sich Straßburger positiv: „Er ist der perfekte Nachfolger. Aber diesmal wird es nicht reichen, dass der DFB sich denkt, wir nehmen ein schönes Pflasterchen, das kleben wir drauf, der Rest bleibt so und dann sind alle glücklich.“ Er fordert: „Es ist unabdingbar, dass man Jürgen Klopp in den Gesprächen zuhört und dass der ganze Verband, bei diesem Konzept, das er entwickeln will, mitzieht.“ Sollte sich nichts ändern, prophezeit Straßburger eine düstere Zukunft: „Ich hoffe, dass da mal Fenster geöffnet werden und frische Luft reinkommt. Denn sonst kann das in den nächsten Jahren ganz bitter für uns werden, wenn man an Frankreich, Spanien, England, Norwegen und viele andere Nationen denkt.“



