Wolfsburg-Trainer Daniel Bauer wehrt sich gegen respektlose TV-Kommentare
Die aktuelle sportliche Krise des VfL Wolfsburg hat eine ungewöhnlich emotionale Reaktion von Trainer Daniel Bauer ausgelöst. Der 43-Jährige reagierte scharf auf Aussagen des BILD-Chefautors Alfred Draxler, der im Sport1-Format „Doppelpass“ die bedrohliche Lage der Niedersachsen kommentiert hatte.
„Dem Klub weint niemand eine Träne hinterher“ – Diese Worte trafen ins Mark
Draxler hatte am vergangenen Sonntag erklärt: „Wolfsburg ist ja nun nicht mal gerade ein beliebter Verein. Wenn man außer Maxi Arnold auch kaum einen Spieler kennt und jetzt, wie die Performance in dieser Saison ist ... Wenn sie absteigen sollten, ich glaube, wenn es passiert: Dem Klub weint niemand eine Träne hinterher.“
Diese Äußerungen stießen bei den Verantwortlichen des Bundesligisten auf massive Ablehnung. Bauer zeigte sich im Gespräch mit Journalisten deutlich verärgert: „Wir können das sehr, sehr gut zur Motivation nutzen. Für mich gehört sich sowas nicht. Das sind Aussagen, damit sollen Schlagzeilen verkauft werden.“
Besonders empfindlich reagierte der Trainer auf die implizite Geringschätzung der Wolfsburger Anhängerschaft: „Ich glaube, das war ein Schlag ins Gesicht für alle Fans, die in den letzten Wochen schon genug leiden mussten – mit uns zusammen leiden und mitfiebern.“
Bauer verteidigt die Wolfsburger Fanbasis
Der Trainer betonte ausdrücklich die Stärke und Loyalität der Wolfsburger Unterstützer: „Wir haben sehr, sehr viele Fans. Das ist manch einem im Westen oder im Süden oder im Norden der Republik nicht so bekannt. Aber ich glaube, Wolfsburg hat eine sehr, sehr gesunde und starke Fan-Basis, auf die wir auch stolz sind.“
Die kontroversen TV-Kommentare will Bauer nun als zusätzlichen Antrieb für das wichtige Auswärtsspiel in Leipzig nutzen. „Wir nutzen das als Treibstoff und als zusätzliche Energie, um auch nächstes Jahr ungebetener Gast in der Bundesliga zu sein“, erklärte der Trainer entschlossen.
Sportliche Herausforderungen bleiben enorm
Die aktuelle Situation des Vereins bleibt dennoch prekär. Nach vier sieglosen Bundesliga-Spielen und einer Serie von drei Niederlagen in Folge steht Wolfsburg tief im Abstiegskampf. Bauer räumte ein: „Die Niederlagen-Serie tut ganz besonders weh. Wir müssen jetzt versuchen, den Kopf auszuschalten. Das ist ein wichtiges Element im Abstiegskampf. Wir müssen das Herz auf den Platz bringen und alles, was negative Gefühle auslöst, beiseiteschieben.“
Auf der positiven Seite kann der Trainer auf personelle Verstärkung hoffen. Der zuletzt angeschlagene Flügelspieler Patrick Wimmer (24) steht nach muskulären Problemen wieder zur Verfügung. Auch die Verteidiger Moritz Jenz (26, zuletzt Gelbsperre) und Saël Kumbedi (20, zuletzt krank) sind wieder im Kader.
Ungewiss bleibt dagegen der Einsatz von Kevin Paredes (22) und Jesper Lindstrøm (25), die beide krankheitsbedingt ausgefallen sind. Die nächste Bewährungsprobe wartet am Sonntag in Leipzig, wo Wolfsburg dringend Punkte benötigt, um den Anschluss an die Konkurrenz nicht zu verlieren.



