Zverev erreicht erstes Wimbledon-Finale – Duell mit Sinner am Sonntag
Zverev erstmals im Wimbledon-Finale – Gegner Sinner

Alexander Zverev hat zum ersten Mal in seiner Karriere das Finale von Wimbledon erreicht. Der 28-jährige Deutsche besiegte im Halbfinale den britischen Überraschungsgast Arthur Fery mit 7:6 (7:0), 6:2, 6:4 und steht nun vor dem Duell mit dem italienischen Titelverteidiger und Weltranglistenersten Jannik Sinner. Das Endspiel findet am Sonntag um 17.00 Uhr statt und wird von Prime Video übertragen.

Zverev will ersten deutschen Wimbledon-Sieg seit 1991

Mit einem Sieg am Sonntag würde Zverev als erster deutscher Spieler seit Michael Stich im Jahr 1991 das Rasenturnier in London gewinnen. Nach seinem Triumph bei den French Open am 7. Juni könnte sich der Hamburger damit binnen fünf Wochen zum zweiten Grand-Slam-Champion krönen. „Wäre super, ich würde mich freuen. Ich muss am Sonntag ein vernünftiges Tennismatch spielen, das ist die Hauptsache“, sagte Zverev nach dem Halbfinale.

Sinner beeindruckt gegen Djokovic

Zverevs Finalgegner Jannik Sinner hinterließ im Halbfinale einen starken Eindruck. Der 24-jährige Italiener besiegte den serbischen Rekord-Grand-Slam-Sieger Novak Djokovic klar mit 6:4, 6:4, 6:4. Zverev verfolgte die Partie nach seinen eigenen Verpflichtungen. Neunmal in Serie hat Zverev gegen Sinner verloren, doch der Deutsche fühlt sich der Prüfung gewachsen. „Sobald man ein Grand-Slam-Turnier gewonnen hat, weiß man, wie es geht, und hat das Gefühl, dass man es wieder schaffen kann“, sagte die deutsche Nummer eins.

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Kanzler Merz erwartet

Nach Worten von Zverev wird auch Bundeskanzler Friedrich Merz zum Finale anreisen, eine offizielle Bestätigung stand jedoch noch aus. Zverev äußerte sich zuversichtlich: „Ich werde alles dafür tun, dass ich am Sonntag mein bestes Match spielen kann.“ Im Siegerinterview auf dem Centre Court scherzte er, er hoffe, gegen einen Junior zu spielen, fügte aber ernst hinzu: „Es wird nicht einfach, egal gegen wen ich spiele. Ich muss an mich glauben, dass ich gewinnen kann.“

Historische Dimension

Ein Sieg würde Zverev zum erst dritten deutschen Wimbledon-Sieger im Männer-Einzel in der Profi-Ära seit 1968 machen – neben Boris Becker (1985, 1986, 1989) und Michael Stich (1991). „Es ist erstaunlich. Dieses Grand Slam war immer das, mit dem ich am meisten gekämpft habe“, sagte Zverev, „und plötzlich bin ich im Finale von Wimbledon.“

Zverev als Spielverderber

Im Halbfinale gegen Fery, der als erster Wildcard-Teilnehmer seit 25 Jahren im Halbfinale stand, wurde Zverev vor rund 15.000 Zuschauern zum Partycrasher. „99,999 Prozent wollten, dass Arthur gewinnt. Aber es war eine tolle Atmosphäre, ein faires Publikum, ich habe jede Sekunde genossen“, sagte der Australian-Open-Finalist von 2025. Nach anfänglichen Problemen mit der Aufschlagwucht und Grundlinienpower des Gegners dominierte Zverev das Spiel ab dem zweiten Satz deutlich.

Becker tippt auf Zverev

Der dreimalige Wimbledon-Sieger Boris Becker sagte vor dem Halbfinale: „Das ist die Chance seines Lebens, und das meine ich im Ernst, Wimbledon zu gewinnen.“ Er tippte auf Zverev als Champion. Mit dem Finaleinzug stockt Zverev seine herausragende Grand-Slam-Saison auf: Nach dem Halbfinale bei den Australian Open und dem French-Open-Triumph könnte er nun auch in Wimbledon gewinnen. Am Montag wird er in der Weltrangliste den verletzten Spanier Carlos Alcaraz verdrängen und vom dritten auf den zweiten Platz klettern.

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