Belgien plant Straßenmaut für alle Fahrzeuge ab 2027
Belgien plant Straßenmaut für alle Fahrzeuge ab 2027

Belgien führt ab Anfang 2027 eine Straßenmaut für alle Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen ein. Die drei Landesteile haben sich darauf geeinigt, dass sowohl einheimische als auch ausländische Autofahrer zahlen müssen. Die digitale Vignette wird an das Kennzeichen gebunden sein und zwischen 90 und 125 Euro pro Jahr kosten, abhängig von Fahrzeugmodell und Schadstoffausstoß.

Hintergrund der Maut

In Belgien sind die Regionen für den Unterhalt von Regionalstraßen und Autobahnen zuständig. Bislang können Autofahrer fast alle Straßen mautfrei nutzen, doch über eine Gebühr wird seit Jahren diskutiert. Der wallonische Infrastrukturminister François Desquesnes betonte: „Jeder, der unsere Straßen nutzt, muss einen fairen Beitrag zu deren Unterhalt leisten.“ Der flämische Finanzminister Ben Weyts ergänzte, dass Autofahrer aus seiner Region auch in anderen europäischen Ländern Gebühren zahlen müssten, wie etwa in Österreich.

Details zur Vignette

Neben der Jahresvignette sollen auch Kurzzeitvignetten für 24 Stunden, zehn Tage sowie ein oder zwei Monate angeboten werden. Der Kauf und die Bezahlung erfolgen online. Die Einhaltung der Regeln wird mit Kameras überwacht; bei Verstößen droht ein Bußgeld von 70 Euro. Die Einnahmen aus der Maut sollen in Betrieb und Sanierung des Straßennetzes fließen.

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Politische Zustimmung und Ausgleich

Der Entwurf muss noch endgültig von den Regionen und den europäischen Behörden genehmigt werden. Als Ausgleich für die neue Belastung plant die Regierung laut dem Vorsitzenden der liberal-konservativen Partei MR, andere Steuern für Belgier zu senken. Die Debatte über eine Pkw-Maut ist auch in Deutschland nicht neu, insbesondere nach den gescheiterten Plänen von Ex-Verkehrsminister Andreas Scheuer.

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