Alexander Zverev stützte die Ellbogen auf den Tisch, legte das Kinn auf die Hände – mit geschwollenem Knie, aber zufrieden. Der French-Open-Champion verabschiedete sich nach einer Finalniederlage gegen Jannik Sinner (6:7, 7:6, 6:3, 6:4) aus Wimbledon. Sein Ziel: der Dritte im Bunde mit Sinner und Carlos Alcaraz zu werden. Als Weltranglistenzweiter fühlt er sich wieder näher dran.
Zverev: „Habe sie an ihre Grenzen gebracht“
„Ich glaube, ich habe diese Jungs unter Druck gesetzt. Ich habe sie dieses Jahr zwar nicht geschlagen, aber ich habe sie bis an ihre Grenzen gebracht“, sagte Zverev nach dem Match. „Wenn ich also näher an sie herankomme, wenn ich mit ihnen um die großen Turniere konkurrieren und sie gewinnen kann, wäre das großartig.“ In der Weltrangliste verdrängte der Hamburger den verletzten Alcaraz. Sein Ziel bleibt die Nummer eins der Tennis-Welt.
Zverevs Wandel: Mehr Offensive, mehr Selbstvertrauen
Zverevs Spielstil hat sich gewandelt: Er spielt deutlich offensiver und hat seine Vorhand stark verbessert. Der erste Grand-Slam-Titel bei den French Open gab ihm zusätzliches Selbstvertrauen. „Er macht große Fortschritte. Sein Spiel wird immer besser“, lobte Sinner. Andrea Petkovic erklärte: „Bei Sascha war es einfach so, dass er erst mal lernen musste, wer er ist, wer er ist als Mann, wie viel Selbstbewusstsein hat er, was kann er, was kann er nicht. Und jetzt scheint er bei sich angekommen zu sein.“
Alcaraz‘ Verletzung und die neue Konstellation
Carlos Alcaraz fehlt seit Mitte April wegen einer Handgelenksverletzung. Er verpasste die French Open und Wimbledon. Trainingsbilder deuten nicht auf ein baldiges Comeback hin, sogar ein Start bei den US Open ist fraglich. Michael Stich meinte: „Zverev würde jetzt die Position des verletzten Alcaraz einnehmen, um Sinner zu seiner besten Leistung zu treiben.“
Zverevs Fazit: „Einfach weitermachen wie bisher“
Zverev sieht sich auf dem richtigen Weg, sein neuer Spielstil sei noch nicht perfekt. Um Wimbledon oder andere große Trophäen zu gewinnen, müsse er „einfach weitermachen wie bisher“. Die US Open als nächste Grand-Slam-Chance beginnen am 30. August.



