Hitzehammer in der Heide: Olympiasiegerin Krajewski schwitzt sich Richtung Titel
Olympiasiegerin Krajewski schwitzt sich Richtung Titel

Die Olympiasiegerin Julia Krajewski (37) hat bei der Vielseitigkeit in Luhmühlen mit ihrem Pferd Nickel (12) die Führung in der CCI4*-Prüfung (50.000 Euro Preisgeld) souverän verteidigt. Trotz glühender Hitze von 31 Grad Celsius blieb das Duo mit 26,9 Fehlerpunkten an der Spitze. „Nickel war ziemlich an der Schnur gezogen“, freute sich Krajewski nach dem Ritt.

Herausforderung Hitze und Gewitter

Am Morgen war ein heftiges Gewitter über der Westergellerser Heide niedergegangen. Als die Sonne herauskam, wurde es drückend. „Aber wir wissen, wie wir mit den Temperaturen umgehen“, betonte Krajewski, die zeitweise mit ihrem Partner in Italien lebt. Vor dem Start erhalten Ross und Reiter Elektrolyte. Nach der 3800 Meter langen Strecke mit 24 Hindernissen wird sofort die Körpertemperatur der Pferde kontrolliert. Zum Abkühlen werden sie mit kaltem Wasser übergossen und im Schatten geführt.

Konkurrenz und Verletzungen

Auf Platz zwei liegt Lara de Liedekerke-Meier (38/Belgien) mit Kiarado d’Arville (10/31,3 Fehlerpunkte), gefolgt von Malin Hansen-Hotopp (48) und Carlitos Quidditch (14/33,8). Die Mannschafts-Europameisterin ritt dabei vor rund 20.000 Fans mit drei gebrochenen Rippen. Grund: Luhmühlen ist der vorletzte große Test vor der Heim-WM in Aachen (11. bis 23. August). Nach dem Event erstellt der Verband die erste „Long List“ mit potenziellen Startern. Nominiert wird im Anschluss an den Nationenpreis in Avenches/Schweiz (16. – 19. Juli).

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Bundestrainer fehlt, Hauptkonkurrent in Rotterdam

Bundestrainer Peter Thomsen (65) fehlt in Luhmühlen. Er war eine Woche zuvor in seiner Heimat Lindewitt beim Reiten gestürzt und verfolgte die Prüfung am Bildschirm. Ihn vertraten Equipe-Chefin Dr. Annette Wyroll (70) und U25-Trainer Andreas Dibowski (60). Ebenfalls nicht in Luhmühlen ist Krajewskis Hauptkonkurrent Michael Jung (43). Der viermalige Olympiasieger und viermalige Deutsche Meister ist mit der Springreit-Equipe beim Nationenpreis in Rotterdam. Darum könnte Krajewski am Sonntag mit ihrem fünften Titel an ihm vorbeireiten.

Schreckmoment und Debütantin

Ein Schreckmoment ereignete sich, als die Polin Malgorzata Korycka-Kaminska (30) nach einem heftigen Sturz mit der Stute Canvalencia (15) zur Beobachtung ins Krankenhaus musste. Das Pferd blieb unverletzt. In der großen CCI5*-Prüfung (150.000 Euro Preisgeld) übernahm Caroline Harris (36/England) mit dem Wallach D.Day (12) mit dem einzigen fehlerfreien Ritt die Führung (31,1 Strafpunkte). Zweite ist ihre Landsfrau Emily King (30) mit Valmy Biats (17/33,8 Punkte), auf Platz drei folgen der Amerikaner Boyd Martin (46) und Shanroe Cooley (11/38,1 Punkte). Die einzige verbliebene Deutsche im Feld, Katharina Meyer (41), liegt auf Rang acht. Die Lokalmatadorin hatte in Luhmühlen einst als Pony-Meldereiterin begonnen und erfüllte sich mit dem Familienpferd Aspen T (16) bei ihrem ersten 5-Sterne-Ritt ihren Mädchentraum. „Ich war sooo aufgeregt, aber meine Mutter war schlimmer“, sprudelte es nach dem 6270 Meter langen Geländekurs mit 27 Hindernissen aus ihr heraus. „Ich habe Aspen einfach machen lassen. Er mag es am liebsten, wenn man ihn nicht stört.“

Die Entscheidung in beiden Prüfungen fällt Sonntag im abschließenden Springen (15 Uhr, live NDR).

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration