Formel 1: Hülkenberg holt erste Punkte für Audi – Orakel Pflaume hatte recht
Hülkenberg holt erste Punkte für Audi in Budapest

Das deutsche Formel-1-Werksteam Audi hat endlich einen Grund zum Jubeln. Nico Hülkenberg fuhr beim Großen Preis von Ungarn als Neunter über die Ziellinie und holte damit die ersten Punkte des ehemaligen Sauber-Rennstalls unter dem neuen Namen. Ausgerechnet vor den Augen von Audi-Vorstandschef Gernot Döllner, der das milliardenschwere Projekt von seinem Vorgänger geerbt hatte und mit gemischten Gefühlen nach Budapest gereist war.

Kai Pflaumes Prophezeiung bewahrheitet sich

Moderator Kai Pflaume, als Ehrengast eines Sponsors vor Ort, hatte Hülkenbergs Punktgewinn vorausgesagt. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass Nico seine ersten Punkte holen wird“, sagte Pflaume beim Kaiserschmarrn in der VIP-Lounge. Der leidenschaftliche Marathonläufer, der während seiner TV-Karriere nicht für treffsichere Prognosen bekannt ist, behielt recht. Hülkenberg selbst zeigte sich erleichtert: „Das war das erste Mal, dass es wirklich rundgelaufen ist. Da kam dann auch endlich die Belohnung.“

Mühsamer Saisonstart mit verpassten Chancen

Bis Ungarn war es für Hülkenberg eine Saison der verpassten Gelegenheiten. In Monaco überquerte er die Ziellinie bereits als Neunter, doch eine Berührung mit Williams-Fahrer Carlos Sainz brachte ihm nachträglich eine Zehn-Sekunden-Strafe ein. In Barcelona beendete ein aufgewirbelter Kieselstein sein vielversprechendes Rennen vorzeitig – der Not-Aus-Mechanismus am Auto wurde aktiviert. „Es war bisher ein bisschen mühsam“, sagte Hülkenberg. „Es stand immer irgendwas im Weg.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Teamkollege Gabriel Bortoleto, der wie Hülkenberg bereits einen Vertrag für die kommende Saison hat, war zuvor dreimal in die Punkte gefahren. Das Ungarn-Rennen war für den Deutschen nun der Durchbruch. Audi-Rennleiter Allan McNish, der nach dem überraschenden Rücktritt von Teamchef Jonathan Wheatley kurz nach Saisonstart eingesprungen war, erklärte: „Wir wollen alle erfolgreich sein. Wenn es aus verschiedenen Gründen nicht klappt, dann kann sich der Frust aufstauen. So etwas nagt schon an einem.“ In der Puszta, so McNish, habe Hülkenberg jedoch gezündet: „Da war jede Menge Feuer in ihm drin. Der Hulk ist zurück.“

Bedeutung des Standorts Ungarn

Der Zeitpunkt des Erfolgs war ideal: Döllner, der das Formel-1-Projekt nur geerbt hatte, konnte sich live ein Bild von Hülkenbergs Leistungen machen. Zudem ist Ungarn für den Konzern ein wichtiger Standort – in Győr westlich von Budapest produziert Audi Antriebe und Fahrzeuge. Somit hatte das Rennen einen Hauch von Heimspiel.

Kritik am milliardenschweren Projekt

Audi ist seit dieser Saison als Werksteam in der Formel 1 vertreten. Das ehrgeizige und milliardenschwere Vorhaben, den Schweizer Sauber-Rennstall zu übernehmen, war konzernintern umstritten – in Zeiten von Gewinneinbrüchen und massiven Sparplänen. Das Chassis aus Hinwil gilt als gelungen, der eigene Motor, eine Mammutaufgabe für einen Quasi-Neuling, wird in Neuburg an der Donau entwickelt und benötigt noch mehr Power. Hülkenberg betont jedoch: „Wir sind noch immer in der Anfangsphase, in der Bauphase. Aber wir wachsen, wir verbessern uns stetig, arbeiten an allen Fronten und Prozessen. Die Zeichen gehen in die richtige Richtung.“

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration