Nationalmannschaft Inside: Diese kleine DFB-Geste kann große Wirkung haben
Von DFB-Reporter Paul Grotenburg
Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) Foto: GES/Markus Gilliar
Paul Grotenburg, Winston-Salem – 11.06.2026 – 13:30 Uhr
Beim Blick auf das offizielle Mannschaftsfoto des DFB fällt ein Gesicht auf, mit dem viele Fans dort wohl nicht gerechnet haben: Jonas Urbig. Der Bayern-Keeper sitzt in der ersten Reihe zwischen Alexander Nübel und Angelo Stiller. Dabei gehört er offiziell gar nicht zum WM-Kader. Bundestrainer Julian Nagelsmann hat ihn als vierten Torwart mit in die USA genommen, damit er im Training unterstützt. Seine Chancen auf einen Einsatz sind verschwindend gering.
Das Teamfoto, das das DFB-Team am Mittwoch in Winston-Salem aufgenommen hat. Jonas Urbig (1. Reihe, 5.v.r.) ist ebenfalls mit drauf, obwohl er nicht zum offiziellen WM-Kader gehört. Foto: Federico Gambarini/dpa
Und trotzdem sitzt Urbig auf dem offiziellen Mannschaftsfoto. Auf den ersten Blick mag das wie eine Kleinigkeit wirken. Auf den zweiten signalisiert es: Die Stimmung im Team ist gut. Der Zusammenhalt ist da. Wer dabei ist, gehört dazu. Nicht nur die Stammspieler. Nicht nur die Ersatzspieler. Jeder. Auch beim öffentlichen Training wurde Urbig wie jedes andere Teammitglied vorgestellt – inklusive eigener Trikotnummer (27).
Und auch abseits des Platzes wirkt er längst nicht wie ein Gast. Im Vorbereitungscamp in Chicago war Urbig immer wieder an der Seite von Manuel Neuer (40) zu sehen. Die beiden gingen gemeinsam am Strand spazieren, tranken Kaffee und tauschten sich aus. Ob Deutschland am Ende erfolgreich sein wird, entscheidet sich natürlich nicht auf dem Mannschaftsfoto. Aber erfolgreiche Teams entstehen oft genau durch solche Details. Durch das Gefühl, dass jeder gebraucht wird und jeder dazugehört. Weltmeistertrainer Sepp Herberger sagte einst: „Elf Freunde müsst ihr sein.“ Bei dieser Nationalmannschaft scheint das Motto etwas größer gedacht zu werden. 27 Freunde sollt ihr sein.
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