Lothar Matthäus hat sich klar für einen Einsatz von Joshua Kimmich im zentralen Mittelfeld der deutschen Nationalmannschaft unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp ausgesprochen. Der Rekordnationalspieler sieht den Bayern-Kapitän in der Rolle des „Quarterbacks“ – eine Position, die Kimmich nach Ansicht von Matthäus sowohl beim FC Bayern als auch in der Nationalmannschaft über Jahre hinweg hervorragend ausgefüllt hat.
Kimmich als zentrale Figur im Klopp-System
„Wenn Klopp weiterhin auf ihn baut, bin ich überzeugt davon, dass er ihn nicht als rechten Verteidiger sieht. Du brauchst einen Kimmich in der Zentrale“, schrieb der 65-Jährige in seiner Kolumne bei Sky. Matthäus betonte, dass Kimmich führen könne – das habe er beim FC Bayern über Jahre hinweg eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Der 30-Jährige sei ein Spieler, der das Spiel lese, die Mitspieler einsetze und selbst torgefährlich sei – Eigenschaften, die ihn zum idealen „Quarterback“ machten.
Matthäus‘ Analyse: Führungsqualitäten im Zentrum
„Beim FC Bayern ist er seit vielen Jahren der 'Quarterback' – auch bei der Nationalmannschaft, wenn er auf dieser Position gespielt hat“, führte Matthäus aus. Diese Führung habe der deutschen Auswahl bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko gefehlt, weil auf Kimmich im Zentrum verzichtet worden sei. Bei dem Turnier, das Ende Juni mit dem Aus gegen Paraguay im Sechzehntelfinale endete, war der Bayern-Profi vom damaligen Bundestrainer Julian Nagelsmann vorwiegend als rechter Verteidiger eingesetzt worden. Das frühe Ausscheiden im Elfmeterschießen war eine herbe Enttäuschung für das DFB-Team.
Vergleich mit der Rolle beim FC Bayern
Matthäus sieht Parallelen zur Situation bei Bayern München, wo Kimmich unter verschiedenen Trainern stets eine zentrale Rolle im Mittelfeld innehatte. Der 65-Jährige hob hervor, dass Kimmich dort nicht nur spielerisch, sondern auch menschlich eine tragende Säule sei. „Er übernimmt Verantwortung, auf und neben dem Platz. Das ist genau das, was eine junge Mannschaft unter einem neuen Trainer wie Klopp braucht“, ergänzte der TV-Experte. Die Kombination aus Erfahrung und Führungsstärke mache Kimmich zum unverzichtbaren Bestandteil der künftigen DFB-Elf.
Auswirkungen auf die Mannschaftsstruktur
Die Entscheidung über Kimmichs Position könnte weitreichende Folgen für die Aufstellung der Nationalmannschaft haben. Sollte Klopp ihn im Mittelfeldzentrum etablieren, würde dies die defensive Stabilität und die Spielkontrolle des Teams erheblich beeinflussen. Matthäus betonte, dass Kimmichs Präsenz im Zentrum auch die jüngeren Spieler wie Florian Wirtz oder Jamal Musiala entlasten und ihnen mehr Freiräume verschaffen würde. „Ein Kimmich in der Schaltzentrale gibt dem Spiel Struktur und Sicherheit“, so Matthäus.
Kritik an der Vergangenheit und Ausblick
Der Rekordnationalspieler übte dabei auch leise Kritik an der bisherigen Personalpolitik: „Bei der WM hat man gesehen, was passiert, wenn man ihn auf die rechte Seite stellt. Er kann dort natürlich auch gute Arbeit leisten, aber sein größtes Potenzial hat er im Mittelfeld.“ Mit Blick auf die kommenden Aufgaben der Nationalmannschaft, darunter die EM-Qualifikation, sei es entscheidend, dass Klopp die richtigen Schlüsse aus den Erfahrungen der Vergangenheit ziehe. Matthäus zeigte sich zuversichtlich, dass der neue Bundestrainer Kimmichs Stärken optimal nutzen werde.
„Kimmich ist ein Spieler, der eine Mannschaft führen kann. Das hat er über Jahre bewiesen. Jetzt muss der Trainer ihm das Vertrauen schenken, diese Rolle auch im DFB-Team auszufüllen“, schloss Matthäus. Die Diskussion um die optimale Position von Joshua Kimmich dürfte damit auch unter dem neuen Coach Jürgen Klopp eines der zentralen Themen bleiben.



