Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat eine bemerkenswerte WM-Geschichte. Ein Blick auf die Vergangenheit zeigt, dass ein erfolgreicher Start in ein Turnier oft ein gutes Omen ist. Bei allen vier Weltmeistertiteln in den Jahren 1954, 1974, 1990 und 2014 gewann die DFB-Elf ihr erstes Spiel, meist sogar deutlich. Daher könnte die bevorstehende Partie gegen den krassen Außenseiter und WM-Neuling Curaçao an diesem Sonntag in Houston ein positives Zeichen für Bundestrainer Julian Nagelsmann und sein Team sein.
Die Auftaktspiele seit 1990 im Überblick
Seit dem Titelgewinn 1990 gab es Höhen und Tiefen bei den deutschen Auftaktpartien. Hier eine Zusammenfassung:
1990 in Italien – Weltmeister
Teamchef Franz Beckenbauer gelang mit der DFB-Auswahl ein Traumstart. Beim 4:1 gegen Jugoslawien war Kapitän Lothar Matthäus in Mailand Antreiber und Doppeltorschütze. Dies war die Initialzündung für den späteren Titelgewinn. Finalheld vier Wochen später war Andreas Brehme, der per Foulelfmeter zum 1:0 gegen Argentinien traf.
1994 in den USA – Viertelfinale
Als Titelverteidiger startete Deutschland mit einem mühevollen 1:0 gegen Bolivien. Jürgen Klinsmann verhinderte in Chicago eine Blamage. Doch wirklich gut wurde es in den USA nie. Im Viertelfinale war für das Team von Berti Vogts Schluss. Gegen Bulgarien gab es nach dem 1:0 von Matthäus ein 1:2.
1998 in Frankreich – Viertelfinale
Jürgen Klinsmann traf wieder im Auftaktspiel. Im Parc des Princes in Paris gab es beim 2:0 gegen die USA einen weiteren Auftakterfolg. Aber wie vier Jahre zuvor war im Viertelfinale Endstation. Christian Wörns sah gegen Kroatien in Lyon nach einer Notbremse die Rote Karte – und Deutschland verlor 0:3.
2002 in Südkorea/Japan – Finale
Unter dem geschlossenen Stadiondach in Sapporo gelang Teamchef Rudi Völler mit der Nationalelf Historisches. Das 8:0 gegen Saudi-Arabien ist der höchste deutsche WM-Sieg. Miroslav Klose traf dreimal. Oliver Kahn und Michael Ballack führten die DFB-Elf danach bis ins verlorene Finale gegen Brasilien.
2006 in Deutschland – Dritter Platz
Philipp Lahm sorgte beim 4:2 gegen Costa Rica beim Eröffnungsspiel in München mit dem ersten Tor für den Startschuss zum Sommermärchen. Auf einer Welle der Begeisterung ritt Bundestrainer Jürgen Klinsmann mit seinem Team bis ins gewonnene Spiel um Platz drei in Stuttgart gegen Portugal (3:1).
2010 in Südafrika – Dritter Platz
In Südafrika gab es wieder einen Topstart. Der damals 20-jährige Thomas Müller erzielte beim 4:0 in Durban gegen Australien sein erstes WM-Tor. Am Ende wurde er mit fünf Toren und drei Assists Torschützenkönig. Wieder ging es bis ins kleine Finale. In Port Elizabeth wurde Uruguay mit 3:2 besiegt.
2014 in Brasilien – Weltmeister
Der WM-Triumph mit Jogi Löw begann mit einem 4:0 gegen Portugal. Matchwinner in Überzahl war der dreifache Torschütze Müller. Im Halbfinale kam es in Belo Horizonte gegen Gastgeber Brasilien zum Jahrhundertspiel: 7:1. Im Finale war Mario Götze mit seinem Jokertor gegen Argentinien der Held.
2018 in Russland – Vorrunden-Aus
Das historisch frühe WM-Aus begann im Luschniki-Park von Moskau. Beim 0:1 gegen Mexiko sahen Löws Weltmeister von 2014 alt aus. Als Toni Kroos gegen Schweden in der Nachspielzeit zum 2:1 traf, schien noch alles gut werden zu können. Doch das Gegenteil passierte: 0:2 gegen Südkorea in Kasan bedeutete das Vorrunden-Aus.
2022 in Katar – Vorrunden-Aus
Das Undenkbare geschah in der Wüste. Wieder reiste das DFB-Team nach der Vorrunde heim. Das Desaster mit Bundestrainer Hansi Flick bahnte sich im Auftaktspiel gegen Japan an. Eine 1:0-Führung wurde beim 1:2 verspielt. Der einzige Sieg im dritten Gruppenspiel gegen Costa Rica (4:2) war wertlos.
Diese historischen Daten unterstreichen, wie wichtig ein erfolgreicher Start für den weiteren Turnierverlauf ist. Die DFB-Elf hofft nun, gegen Curaçao den Grundstein für eine erfolgreiche WM zu legen.



