Deutsche Skispringer bei Olympia 2026: Einziger Lichtblick Philipp Raimund
Die Medaillenbilanz der deutschen Skispringer bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Italien fällt ernüchternd aus. Philipp Raimunds Sensationsgold von der Normalschanze ist das einzige echte Highlight einer ansonsten enttäuschenden Leistungsschau. Der 25-jährige Göppinger überragte das gesamte Team, während seine Kollegen weit hinter den Erwartungen zurückblieben.
Raimunds Triumph und das Schneechaos von Predazzo
„Ich fühle mich nicht so happy“, äußerte sich der frischgebackene Olympiasieger überraschend kritisch nach dem vorzeitigen Abbruch des Super-Team-Wettbewerbs. Das Schneechaos in Predazzo kostete Raimund womöglich eine zweite Medaille, nachdem das deutsche Duo mit Andreas Wellinger extrem knapp am Podest vorbeischrammte. Auch im Mixed-Team reichte es nur für Platz vier.
„Der Olympiasieg überragt natürlich alles“, gestand Männer-Bundestrainer Stefan Horngacher. „Das war eine außergewöhnliche Leistung von ihm.“ Doch diese Einzelleistung konnte nicht über die schwachen Platzierungen der übrigen Springer hinwegtäuschen. Felix Hoffmann (Platz 13 und 25), Pius Paschke (23. und 24.) sowie Andreas Wellinger (17. und 15.) blieben deutlich unter ihren Möglichkeiten.
Historisch schwache Bilanz
Die deutsche Bilanz ist historisch betrachtet dürftig: Zum ersten Mal seit 16 Jahren gab es nur einen Podestplatz für die Skispringer. 2010 in Vancouver holte die Mannschaft immerhin Silber, vor vier Jahren in Peking waren es drei Medaillen. Die Frauen komplettierten das enttäuschende Bild mit einem kompletten Medaillen-Aus.
„Man muss froh über eine Goldmedaille sein. Damit hatte man nicht gerechnet“, analysierte Ex-Bundestrainer Werner Schuster bei Eurosport. „In der Summe lief es nicht perfekt, aber man kann leicht positiv bilanzieren.“
Suche nach neuem Bundestrainer läuft
Während die verbleibende Saison mit dem Skifliegen in Bad Mitterndorf fortgesetzt wird, arbeitet der Deutsche Skiverband (DSV) bereits an der Nachfolge von Bundestrainer Horngacher. Der Österreicher beendet nach über sieben Jahren seine Tätigkeit beim DSV.
„Wir arbeiten mit Hochdruck an einer guten Lösung fürs Gesamtsystem“, betonte Sportdirektor Horst Hüttel. Als heißer Kandidat gilt der frühere Skispringer Alexander Stöckl, der viele Jahre die norwegische Nationalmannschaft trainierte. Seine Amtszeit in Norwegen endete allerdings nicht geräuschlos – mehrere Springer hatten ihn in einem Brief kritisiert.
Eine Entscheidung über die Nachfolge wird bis spätestens Mitte oder Ende März erwartet. Bis dahin hofft der DSV, den Raimund-Schwung in die verbleibenden Wettkämpfe mitnehmen zu können.



