Olympia-Bronze mit bittersüßem Beigeschmack: Hase vermisst Maskottchen nach Medaillengewinn
Minerva-Fabienne Hase hat mit ihrem Eiskunstlauf-Partner Nikita Volodin bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand die Bronzemedaille gewonnen. Doch die Freude über den sportlichen Erfolg wird durch einen persönlichen Verlust getrübt: Die Olympia-Maskottchen, die beiden Hermelin-Geschwister Tina und Milo, sind bei der Siegerehrung abhandengekommen.
Emotionaler Aufruf nach dem Verlust der Maskottchen
Während einer Pressekonferenz am Dienstag berichtete Hase mit bewegter Stimme von dem Vorfall: „Wir waren auf dem Podium und es wurden noch Fotos gemacht. Ich habe die Maskottchen an die Bande gelegt und dann war alles so hektisch. Irgendwie haben wir sie dann nicht mitgenommen, das Team hat sie auch nicht mehr gefunden. Und jetzt sind sie weg.“ Die 26-Jährige startete einen emotionalen Aufruf: „Ehrlich gesagt war es das Schönste an der Medaille, dass die Maskottchen dabei sind. Die bekommt man ja hier nicht mehr. Ich hoffe, dass wir die noch finden oder einen Ersatz bekommen. Die würde ich schon gerne mit nach Hause nehmen.“
Von Peking 2022 zu Mailand 2026: Eine Karriere im Aufschwung
Obwohl das deutsche Duo nach der Kür von Platz eins auf Rang drei zurückfiel, überwiegt bei Hase mit einer Nacht Abstand die Freude über die Bronzemedaille. „In der Kür habe ich leider ein bisschen gepatzt. Wir wollten eine Medaille, es musste nicht unbedingt Gold sein. Die Freude ist sehr groß, dass es zu Bronze gereicht hat.“ Der Erfolg markiert einen bemerkenswerten Wendepunkt in ihrer Karriere. Bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking war Hase mit ihrem damaligen Lauf-Partner Nolan Seegert noch Letzte geworden.
„Die zwei Spiele waren wie Hölle und Himmel“, erklärte Hase. „Hätte mir vor vier Jahren jemand gesagt, dass ich bei Olympischen Spielen auf dem Podium stehen darf, hätte ich im Leben nicht daran geglaubt. In Peking war ich am Tiefpunkt meiner Karriere und habe zwischendurch überlegt, aufzuhören.“ Die Wende kam durch die Zusammenarbeit mit Nikita Volodin. Vor drei Jahren knüpfte Chefcoach Dmitri Savin, ein russischer Paarlaufspezialist, den Kontakt zum aus Sankt Petersburg stammenden Volodin. „Mein ganzes Team hat dann gesagt: ‚Komm wir haben da einen guten Kerl gefunden für dich.‘ Als ich dann mit Nikita das erste Mal auf dem Eis stand, wusste ich sofort, da ist ganz großes Potenzial da, für uns beide nochmal richtig was zu reißen.“
Sportliche Zukunft und politische Tabuthemen
Die sportliche Zukunft ließen beide in Mailand offen. „Wir werden die Saison beenden, den Sommer genießen, ein bisschen freimachen. Ich habe einen Bundeswehr-Lehrgang. Dann schauen wir, wie es weitergeht, wie lang und in welchem Rahmen“, sagte Hase. Als letzter großer Wettkampf steht die Weltmeisterschaft im März in Prag an.
Zu einem ernsten Thema wollten sich Volodin und Hase erneut nicht äußern. Äußerungen zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind für sie ebenso tabu wie zu den politischen Umständen in Russland. Der russische Sportminister plant angeblich Athleten, die für ein anderes Land antreten, zu sanktionieren – finanziell oder auf eine andere Art. In den russischen Medien wird dabei Volodin als Betroffener genannt.



