Tour de France: Pogacar erobert Gelb mit Solo-Show in den Pyrenäen
Pogacar erobert Tour-Gelb mit Solo-Show in Pyrenäen

Tadej Pogacar hat bei der 113. Tour de France eine beeindruckende Machtdemonstration hingelegt und sich das Gelbe Trikot des Gesamtführenden zurückgeholt. Der slowenische Ausnahmefahrer gewann die sechste Etappe, die erste Hochgebirgsetappe durch die Pyrenäen, mit einem Vorsprung von mehr als zweieinhalb Minuten vor seinem Dauerrivalen Jonas Vingegaard und seinem Teamkollegen Isaac del Toro. Der deutsche Profi Florian Lipowitz belegte den sechsten Platz.

Pogacars Solo-Show am Tourmalet

Der 27-Jährige attackierte rund 45 Kilometer vor dem Ziel am legendären Col du Tourmalet, einem Anstieg der höchsten Kategorie mit 17,1 Kilometern Länge und einer durchschnittlichen Steigung von 7,3 Prozent. Begleitet von Tausenden Fans am Berg ließ Pogacar all seine direkten Konkurrenten hinter sich, darunter Vingegaard und Lipowitz. In der Abfahrt vom Tourmalet baute er seinen Vorsprung weiter aus, während Vingegaard nicht folgen konnte. „Ein unglaublicher Sieg, einer der süßesten“, sagte Pogacar nach dem Rennen. Es sei einer seiner fünf besten Auftritte bei der Frankreich-Rundfahrt.

Lipowitz: „Müssen um Platz drei fahren“

Florian Lipowitz zeigte sich anerkennend über die Leistung des Slowenen: „Bei der Performance kann man nicht viel machen. Ich denke, wir müssen jetzt um Platz drei fahren.“ Der Deutsche verbesserte sich in der Gesamtwertung vom elften auf den siebten Rang, genau vier Minuten hinter Pogacar. Sein Teamkollege Remco Evenepoel fiel am Tourmalet zurück, kam aber später wieder heran.

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Traeen stürzt auf der Abfahrt

Der überraschende Gelb-Träger Torstein Traeen konnte am Tourmalet nicht mithalten und stürzte zudem auf der Abfahrt vom Berg. Der Norweger musste medizinisch behandelt werden, konnte die Etappe jedoch fortsetzen. In der Gesamtwertung liegt Pogacar nun 2:42 Minuten vor Vingegaard, del Toro folgt mit 3:27 Minuten Rückstand auf Rang drei.

Makron verfolgt Etappe

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verfolgte einen Teil der Etappe an der Seite von Tour-Chef Christian Prudhomme. Die Etappe führte über 186,2 Kilometer von Pau nach Gavarnie-Gédre, das erstmals Zielort einer Tour-Etappe war. Mit dem Col d'Aspin (1489 Meter) und dem Tourmalet standen zwei anspruchsvolle Anstiege auf dem Programm. „Mit über 4000 Höhenmetern ist die Etappe natürlich ein Brett“, sagte Pogacars Teamkollege Nils Politt der ARD.

Vingegaard mit Sturz am Vortag

Am Vortag war Pogacars schärfster Rivale Vingegaard in einen Sturz auf der Sprint-Etappe verwickelt, konnte aber ohne Zeitverlust das Ziel erreichen. Vor der sechsten Etappe hatte Pogacar fast acht Minuten Rückstand auf den Gelb-Träger Traeen. Mit der heutigen Leistung hat er das Blatt gewendet.

Sprinter am Freitag gefordert

Am Freitag steht die siebte Etappe von Hagetmau nach Bordeaux über 175,1 Kilometer auf dem Programm. Die flache Strecke bietet den Sprintern eine Chance auf den Tagessieg, allerdings werden bei bis zu 40 Grad extreme Temperaturen erwartet.

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